Bild: dpa/Radek Pietruszka

Kondom geplatzt, Pille dank Lebensmittelvergiftung wieder ausgekotzt oder einfach vergessen? 

Für Frauen, die nicht schwanger werden wollen, eine blöde Situation. Aber keine unlösbare – man kann ja zur Apotheke und die Pille danach holen. In Deutschland. 

In Polen geht das jetzt nicht mehr. Am Freitag hat Präsident Andrzej Duda ein Gesetz unterschrieben, in dem er die "Pille danach" wieder rezeptpflichtig macht. 

Sowas bedeutet für Frauen: Panisch einen Arzt suchen, der überhaupt die Pille danach verschreibt und beten, dass man nicht wochenlang warten muss – de facto ist die Rezeptpflicht  an vielen Orten ein Verbot (SZ), die Menschenrechtsorganisation Amnesty International spricht von einer Katastrophe. Und es bedeutet:

„Mal wieder müssen Frauen sich rechtfertigen. “

Einmal mehr wird ihnen nicht zugetraut, zu wissen, was mit ihrem Körper passiert, dass sie nicht zu leichtfertig mit ihm umgehen und dass sie einfach selber wissen, was sie wollen! Das ist schlimm. 

Noch schlimmer wird es allerdings, wenn man weiß, das Polen eines der restriktivsten Abtreibungsgesetze in ganz Europa hat. 

Nur wenn das Leben der Schwangeren in Gefahr ist, es beim Fötus Hinweise auf schwere unheilbare Krankheiten gibt oder die Schwangerschaft aus Vergewaltigung oder Inzest stammt, ist eine Abtreibung erlaubt. 

Wenn Menschen in Polen also keine ungewollten Kinder in die Welt setzen wollen, und bei der Verhütung irgendwas schief gegangen ist, können alle Beteiligten durchaus panisch werden. 

Der einzige Hoffnungsschimmer könnte die EU sein: 

Die Kommission hatte 2015 die Rezeptpflicht für die "Pille danach" europaweit aufgehoben, auch in Deutschland wurde sie erst dadurch frei zugänglich

Doch die Liste der Verwerfungen zwischen der EU und Polen ist schon lang: Das Land war das erste, gegen das ein "Verfahren zum Schutz des Rechtsstaates" läuft (bento). Aber es schleppt sich langsam voran und die EU scheint resigniert zu haben (SZ). 

Und so bleiben die Frauen in Polen erstmal auf sich selbst gestellt. 


Sport

Poldi, was soll diese peinliche Werbung für die Türkei?
Autokratien bejubeln, echt jetzt?

Fußball ist ein Millionengeschäft. Nicht nur auf dem Rasen – sondern vor allem auch in der Werbung. Aber gerade da schießen Fußballer hin und wieder übers Ziel hinaus. 

Jüngstes Beispiel: Lukas Podolski. 

In einem neuen Werbevideo lobt er die Türkei und will Investoren ins Land locken. "Ich habe hier meine Erfolgsgeschichte geschrieben", sagt er. Dann zeigt der Clip Szenen von Torschüssen Podolskis für den Istanbuler Fußballclub Galatasaray – und Erfolgsmeldungen von glücklichen Touristen und erfolgreichen Investoren werden eingeblendet.