Bild: Clodagh Kilcoyne/Reuters
4 Fragen zur Aktion

Protest muss nicht immer laut sein. Er muss nicht von Menschenmassen überbracht und nicht von der Polizei begleitet werden. Es geht auch ganz ruhig – und trotzdem ausdrucksstark. Das zeigt ein Fall in den USA.

Was ist passiert?

In Philadelphia haben sich Frauen am Montag als Mägde verkleidet, um gegen den US-amerikanischen Vize-Präsidenten Mike Pence zu protestieren. Sie demonstrierten vor dem Hotel, in dem Pence eine Rede hielt.  

Was soll die Verkleidung?

Die Kostüme sind von der Fernsehserie "The Handmaid’s Tale – Der Report der Magd" inspiriert, die auf einem Buch von Margaret Atwood basiert. 

Die Serie zeigt die Vereinigten Staaten in einer dystopischen Zukunft. Atomare Katastrophen, Umweltzerstörung und Geschlechtskrankheiten haben zu Unfruchtbarkeit geführt. Ein totalitäres, christlich-fundamentalistisches Patriarchat namens Gilead wird gegründet. Die wenigen Frauen, die noch fruchtbar sind, werden von privilegierten Familien versklavt, vergewaltigt und geschwängert, um so den Nachwuchs zu sichern. Sie dienen praktisch als Brutkästen

Die Autorin Atwood hat Anfang des Jahres gesagt, die USA zeige immer mehr Symptome des fiktiven Staates Gilead. (The Hill)

Wer steckt hinter der Aktion?

Die Gruppe "Refuse Fascism". Die Organisation will nach eigener Aussage das "Trump/Pence-Regime" durch gewaltlosen, beständigen Massenwiderstand abschaffen. Sie halten die Regierung für eine katastrophale Gefahr für die Menschheit und den Planeten – der im Extremfall bei der Zukunftsdystopie von "Der Report der Magd" enden könne.

Und was haben die Frauen gegen Pence?

Der Vize-Präsident ist ein starker Abtreibungsgegner. Eine der Protestlerinnen sagte: "Frauen das Recht abzusprechen, zu entscheiden, ob und wann sie schwanger werden wollen, ist in Wahrheit eine erzwungene Schwangerschaft." 

Mit dem Protest in Magd-Verkleidung wollen die Aktivistinnen deutlich machen, dass es nicht in Pence' Ermessen liegen darf, ob eine Frau schwanger ist oder nicht. Wenn er und die US-amerikanische Regierung ein Abtreibungsverbot durchsetzen würden, wäre das der Fall. 


Gerechtigkeit

AfD-Chef bestreitet Nähe zu dubiosem Großspender, wird beim Lügen erwischt
Drei Indizien zum Fall

Die AfD bekommt neuen Ärger mit einem umstrittenen Unterstützerklub – ausgerechnet durch widersprüchliche Aussagen von Parteichef Jörg Meuthen. 

Es geht um den "Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und der bürgerlichen Freiheiten". Die Organisation unterstützt die AfD seit Anfang 2016 mit Wahlkampagnen, Netzpropaganda und der Wahlkampfzeitung "Extrablatt"