Brigitte Ebersbach hat eine Mission. Gegen das Elend auf der Welt, gegen Krieg und Flucht sieht die überzeugte Christin aus Schwenke nur einen Ausweg: Ein Ende der deutschen Exporte von Schusswaffen. Immerhin ist ihr geliebtes Deutschland der drittgrößte Waffenlieferant der Welt. 

Und als Mutter, Ehefrau und CDU-Politikerin kann sie das nicht länger ertragen. Seit Jahren engagiere sie sich in ihrer Gemeinde bereits in der Friedensarbeit – nun ruft sie in einem Video zu einer Petition auf

Ebensbach spricht auch ihre Chefin, Kanzlerin Angela Merkel, direkt an: Artikel 26 des Grundgesetzes verpflichte Deutschland zum Frieden. Wie könne man da guten Gewissens Waffen in die Welt schicken, die für 90 Prozent aller Kriegstoten verantwortlich sind? 

CDU Petition zum Verzicht auf Kleinwaffenexporte

CDU. Mit. Gefühl. Deutschland verzichtet auf Kleinwaffenexporte. Wir, die christliche Wählerbasis der CDU fordert Kanzlerin Angela Merkel auf, sich für einen Verzicht von Kleinwaffenexporten stark zu machen.

Die deutlichen Worte finden Anklang, im Netz wird Ebersbachs Video geteilt. Denn solche Aussagen aus der CDU sind dann doch eher selten. Der Hashtag #cdumitgefuehl trendete auf Twitter, manche können es kaum glauben:

Sogar US-Medien greifen die Meldung auf, die renommierte "Washington Post" zum Beispiel:

Und auch "Fox News":

Nur: Es gibt gar keinen CDU-Ortsverein Schwenke – und auch keine Brigitte Ebersbach.

Hinter dem Video, der Petition und der eigens eingerichteten Website des Ortsverbandes steckt das "Peng-Kollektiv". Das hat Peng-Sprecherin Jessica Gräber bento bestätigt. "Wir wollten den Widerspruch zwischen den vermeintlichen Werten und dem Handeln der CDU aufzeigen", sagt Jessica.

Die CDU trägt den Zusatz "christlich" im Parteinamen. Trotz millionenschwerer genehmigter Waffenexporte in den Nahen Osten und zahlreiche Kriegsgebiete beruft sich die Partei regelmäßig auf ihre moralischen Werte (bento).

Das Peng-Kollektiv hat parallel zu der Aktion auch eine Crowdfunding-Kampagne eingerichtet. Sie soll beweisen, dass viele Menschen der CDU ihr Christsein nicht mehr abkaufen, sagt Jessica. "Wir hoffen jetzt auf eine neue Debatte über die Rüstungsexporte."

Die Aktion bezeichnet Peng selbst als "sehr gut aufgebauten Fake", distanziert sich aber gleichzeitig davon, Fake News zu verbreiten. "Wir hacken eher klassische Nachrichten", sagt Jessica, "und lösen sie dann selbst rechtzeitig auf". 

Peng ist regelmäßig für witzige, subversive, durchdachte und knallige Aktionen bekannt: 
  • Bei "Call a Spy" konnten Interessierte mit scheinbar echten Spionen der NSA oder des BND telefonieren – um sie zum Ausstieg zu bewegen (bento).
  • Mit Drohnen warfen die Aktivisten Flugblätter über der NSA-Zentrale in Darmstadt ab (bento).
  • Und (nicht ganz so durchdacht): Immer wieder sorgen die Aktivisten für prominent platzierte Torten in Politiker-Gesichtern (bento).

Wie die aktuelle Aktion bei der CDU ankam, ist noch unklar. Offiziell hat sich die Partei nicht geäußert. Und auch die Aktivisten von Peng hätten "von der Partei leider kein Feedback bekommen", sagt Jessica.

Was sagen eigentlich Friedensforscher zu den Waffenexporten ins Ausland? 

Wir haben mal einen gefragt: 


Today

Es gibt jetzt ein Cannabis-Stipendium
Nein, du kannst damit nicht kiffen

In den USA ist der Konsum von Marihuana in einigen Staaten legal – und nun auch eine Bildungsstütze. Den im US-Staat Colorado wurde das erste Cannabis-Stipendium ins Leben gerufen, finanziert aus den Steuereinnahmen vom Marihuana-Verkauf. 

Nach Angaben von Scholarships.com macht die Cannabis-Industrie in Colorado umgerechnet knapp 1,2 Milliarden Euro – ein Teil davon (433.000 Euro) sollen nun an College-Studenten aus der Region Pueblo County vergeben werden. Einzelne Schüler können je 1000 Dollar (rund 915 Euro) Unterstützung bekommen.