Bild: ZDF
Drei Fragen, drei Antworten.

Was ist passiert?

Die Polizei hat sich nach Angaben des ZDF beim TV-Sender für das Vorgehen der Beamten gegen ein TV-Team entschuldigt. Das teilte das ZDF mit. Demnach soll der Dresdner Polizeipräsident eingeräumt haben, das Team von "Frontal 21" "viel zu lange" festgehalten zu haben.

Von der Polizei gibt es bisher keine Äußerung zu dem Treffen. Laut ZDF habe die Polizei angekündigt, den Vorgang gründlich zu untersuchen und die bisherige Darstellung zu korrigieren. Das ZDF begrüßte die Entschuldigung.

Um welchen Vorfall geht es?

Vergangenen Donnerstag hatte ein Pegida-Demonstrant in Dresden ein Kamerateam des ZDF bepöbelt und damit einen Polizeieinsatz ausgelöst (bento). Die Beamten kontrollierten das Fernsehteam, hielten es rund 45 Minuten lang fest. Anschließend kamen Vorwürfe auf, die Polizisten hätten die Journalisten unrechtmäßig bei ihrer Arbeit behindert.

Dresdens Polizeipräsident und der sächsische Innenminister wiesen die Vorwürfe der Behinderung der Pressefreiheit daraufhin zurück. Twitter-Nutzerinnen und –Nutzer reagierten mit dem Hashtag "#Pegizei" – eine Mischung aus Pegida und Polizei. (bento)

Das wiederum passte dem sächsischem CDU-Ministerpräsidenten Michael Kretschmer nicht: Diesen halte er für "unverantwortlich". Der Polizeieinsatz sei ordnungsmäßig gewesen, die Polizisten hätten sich als einzige seriös verhalten.

Wer ist der Demonstrant?

Der sächsische LKA-Mitarbeiter Maik G. Er war privat auf der Demo der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung unterwegs. Laut einem Bericht des MDR hat er Zugriff auf sensible Ermittlungsdaten. Als Buchprüfer bei Ermittlungen in komplexen und schweren Straftaten habe er Zugriff auf das polizeiliche Erfassungssystem IVO, in dem alle Straftaten und Ermittlungsvorgänge registriert würden, heißt es in dem Bericht.

Wie der MDR am Donnerstag weiter berichtete, zeigt ein weiteres Video im Internet, dass der LKA-Mitarbeiter sich nicht nur am Rande der Demonstration gegen den Merkel-Besuch bewegte. Er stand demnach inmitten einer Demonstrantengruppe, die gegen den Konvoi der Kanzlerin mit Rufen wie "Volksverräter" protestiert habe.

Das LKA prüfe überdies mögliche Verbindungen des Mannes zur rechten Szene in Freital, berichtete der MDR weiter. Grund dafür sei, dass der Mann das ZDF-Team bei den Dreharbeiten zu der Demonstration gemeinsam mit dem Anführer der rechtsextremen Gruppe Freital, René S., gestört habe.

Mit Material von dpa


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