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6 Dinge, die du noch nicht über ihn wusstest.

Er ist der Quotenmann. Nach der Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauer zur neuen CDU-Vorsitzenden erwarteten viele, dass die neue Parteichefin einen Mann an ihre Seite berufen würde – wohl auch, um der Partei nach 18 Jahren mit Angela Merkel nicht zu viel weibliche Macht zuzumuten. Und so kam es dann auch. 

Paul Ziemiak ist neuer CDU-Generalsekretär

Beim Parteitag in Hamburg stimmten 62,8 Prozent der Delegierten für den 33-Jährigen. (SPIEGEL ONLINE)

Ein eher schwaches Ergebnis. Und doch eine kleine Sensation. Denn eigentlich war Ziemiak als Vorsitzender der Jungen Union zum Parteitag gereist. Jetzt ist er plötzlich Chef-Organisator der CDU und mischt in der Kanzlerinnenpartei ganz oben mit. 

Doch wer ist Ziemiak und wofür steht er eigentlich?

Sechs Dinge, die du über ihn noch nicht wusstest:

1 Er ist der jüngste Generalsekretär der CDU

Dass er noch jung ist, ist offensichtlich. Doch tatsächlich ist es einmalig in der CDU-Geschichte, wie jung der neue Generalsekretär ist. In diesem Jahr wurde Paul Ziemiak 33. Er ist damit die jüngste Person auf diesem Posten in der Geschichte der Christdemokraten. 

Zum Vergleich: In diesem Alter hatte Angela Merkel noch drei Jahre in der DDR vor sich. Das höchste Amt, dass die neue CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer mit 33 erreicht hatte, war ein Posten im Stadtrat von Püttlingen im Saarland. Selbst der als jung geltende Generalsekretär der SPD, Lars Klingbeil, ist sieben Jahre älter als Ziemiak.

2 Er hat kein abgeschlossenes Studium

Kreißsaal, Hörsaal, Plenarsaal – so wird oft aufgezählt, wie junge Berufspolitiker ins Parlament kommen. Auch Paul Ziemiak hat diesen Weg hinter sich. Wie viele Politikerinnen und Politiker studierte auch er Jura. Doch beim Staatsexamen scheiterte Ziemiak schließlich. 

Später begann er ein Studium der Unternehmenskommunikation, dass er allerdings nicht abschloss. Auf der Seite des Bundestags hat er bis heute als Beruf "Angestellter/Student" angegeben.  

3 Bei seiner Geburt hieß er noch anders 

Geboren wurde Paul Ziemiak 1985 im polnischen Stettin. Damals hieß er noch Paweł. Als er drei Jahre alt war, packten seine Eltern ihre Koffer und flohen mit ihm nach Deutschland. Aus Paweł wurde schließlich Paul. Doch noch an seinem ersten Tag im Kindergarten konnte er nach eigenen Angaben kein Wort Deutsch. Jetzt ist Ziemiak Generalsekretär einer Partei, die ihre Bühnen gerne in den Nationalfarben schmückt. 

4 Mit Jens Spahn organisierte er eine Abstimmung gegen den Willen Angela Merkels – und gewann

Die doppelte Staatsbürgerschaft treibt die Union schon lange um. Immer wieder wurde die Regelung von verschiedenen Regierungen geändert. 

Aktueller Kompromiss: Junge Menschen mit Migrationshintergrund müssen sich nicht für oder gegen ein Land entscheiden, sondern dürfen zwei Pässe behalten. 

In der CDU stört das viele. Beim Parteitag vor zwei Jahren stellten die Junge Union einen Antrag, der die Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft forderte. Und gewann eine Mehrheit, gegen den ausdrücklichen Willen von Angela Merkel. Die Organisatoren: Paul Ziemiak und Jens Spahn.

5 Seine Zusage kam auf der Tanzfläche

Für die Kandidatur als Generalsekretär entschied sich Ziemiak angeblich erst kurzfristig – auf der Tanzfläche des Hamburger CDU-Parteitags. Dort fragte ihn demnach die neugewählte Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer, ob er nicht Lust auf den neuen Posten habe. Ziemiak, der vor dem Parteitag nicht als AKK-Fan galt, hatte Lust.

6 Seine Beförderung war aber vielleicht schon länger geplant

Ganz so spontan, wie Kramp-Karrenbauer und Ziemiak die Entscheidung darstellten, war sie aber wohl doch nicht. Schon vor dem Parteitag berichteten Medien, der JU-Chef könne neuer Generalsekretär werden. 

Auch auffällig: Obwohl Jens Spahn und Friedrich Merz als klare Favoriten der einflussreichen Jugendorganisation galten, verzichtete die Junge Union auf eine Wahlempfehlung. Für Paul Ziemiak könnte es sich gelohnt haben.


Gerechtigkeit

AfD will "weiße Männer" mit Adventskalender ehren – würdigt stattdessen Sohn eines geflohenen Syrers
Auch im Kalender: Juden und Antifaschisten

Die Adventszeit gilt vielen als Zeit der Besinnung, Nächstenliebe und Toleranz. Genau aus diesem Grund haben Aktivistinnen und Aktivisten zum Beispiel einen Anti-AfD-Adventskalender gestartet – mit dem sie ein Zeichen gegen Rassismus setzen wollen. Erster Coup war ein gefälschtes Coca-Cola-Plakat, auf dem der Weihnachtsmann vor der AfD warnt. (bento)

Wohl auch als Gegenentwurf hat die Berliner AfD ihren eigenen Adventskalender gestartet. Und auch darin soll es Türchen für Türchen um Nächstenliebe gehen – nämlich für den "weißen Mann".

Nach Ansicht der Berliner AfD-Fraktion wird der "weiße Mann" mittlerweile unterdrückt. Die Floskel werde als Schimpfwort benutzt, Leistungen weißer Männer für die Zivilisation würden kaum noch gewürdigt. Die Partei hat dazu extra den Hashtag #JazuWeißenMännern gestartet.

Nun sind zwar 36 der 50 reichsten Männer der Welt laut Forbes weiße Männer und von den laut der Uno am weitesten entwickelten 20 Industrienationen werden zwölf von weißen Männern angeführt – aber die AfD will dennoch herausstellen, wer in der Gesellschaft eine herausgestellte Rolle spielt.

Bei einigen der ersten Türchen wurden unter anderem der antifaschistische Autor Bertolt Brecht und der jüdische Physiker Albert Einstein gewürdigt. Einstein floh vor den Nationalsozialisten in die USA.

Allerdings scheint die AfD-Fraktion nicht genügend herausragende weiße Männer gefunden zu haben. Denn schon hinter dem Türchen für den 7. Dezember verbarg sich: der Sohn eines syrischen Geflüchteten.

Vorgestellt wurde nämlich Apple-Gründer Steve Jobs, dem wir unter anderem Macbooks und iPhones verdanken. Er sei ein Visionär und habe "Alternativloskeit" genauso abgelehnt wie die AfD, so ein Abgeordneter über den Tech-Guru: