Bild: dpa/ANSA/Luca Zennaro
Seine vier wichtigsten Aussagen

Weniger Flüchtlinge machen sich über das Mittelmeer auf den Weg nach Europa. Aber immer mehr von denen, die es doch versuchen, kommen ums Leben: Die Schlepper nutzen ihre Hilflosigkeit aus, setzen sie auf schlechte Boote. Und nun streicht die Europäische Union auch noch Hilfen, Seenotretter werden vor Gericht gestellt, Italien riegelt seine Häfen ab. (bento)

Papst Franziskus will das Sterben auf dem Mittelmeer nun nicht länger mit ansehen.

In einem eindringlichen Appell hat er sich an Europa und die internationale Gemeinschaft gewandt. Vor 25.000 Gläubigen forderte er auf dem Petersplatz in Rom ein schnelles Handeln. (Vatican News)

Was Papst Franziskus genau gesagt hat:

  • Die Welt solle entschlossen handeln, damit sich die "dramatischen Nachrichten der vergangenen Wochen über verunglückte, mit Migranten beladene Boote in den Gewässern des Mittelmeers nicht wiederholen". 
  • Ein "entschlossenes und schnelles" Handeln sei notwendig, um "ähnliche Tragödien künftig zu vermeiden". 
  • Es müsse für alle "Sicherheit, Achtung und der Respekt vor den Menschenrechten" gelten.
Ich möchte meinen Schmerz im Angesicht dieser Tragödie zum Ausdruck bringen.
Papst Franziskus

Aktuell ist die Seenotrettung durch private Helfer und EU-Schiffe im Mittelmeer weitgehend zum Erliegen gekommen – vor allem durch die Blockaden der rechtspopulistischen italienischen Regierung.

Bei den gefährlichen Überfahrten kamen allein im Juni nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration 564 Menschen ums Leben – mehr als in jedem anderen Monat in den vergangenen Jahren.


Mit Material von dpa


Gerechtigkeit

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Seit Wochen versucht sich die CSU mit einer härteren Asylpolitik zu behaupten – CSU-Chef Horst Seehofer hat im Streit darüber sogar beinahe die Regierung zum Scheitern gebracht. 

Mit den politischen Maßnahmen kam auch eine Verrohung der Moral: Seehofer witzelte über abgeschobene Afghanen, Bayern Ministerpräsident verunglimpft Schutzsuchende als "Asyltouristen".

Also hatten in München am Sonntag Zehntausende ein Zeichen gegen die Flüchtlingspolitik der CSU gesetzt – obwohl die Partei das sogar verhindern wollte.