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Die Studie hat nur einen Haken.

Acht Männer gegen 3,6 Milliarden Menschen – das ist die Rechnung der britischen Entwicklungshilfe-Organisation Oxfam. Sie sagt: Die acht reichsten Menschen der Welt besaßen 2016 so viel Geld wie die ärmere Hälfte der Menschheit. Das steht im neuen Ungleichheitsbericht der Organisation. Anlass ist der Weltwirtschaftsgipfel in Davos. (SPIEGEL ONLINE)

Das sind die acht reichsten Menschen der Welt:
Das sind die acht reichsten Männer der Welt laut Oxfam
Platz 8: Michael Bloomberg (Medienunternehmer)
Geschätztes Vermögen: 40 Milliarden US-Dollar
Platz 7: Larry Ellison (Oracle-Gründer)
Geschätztes Vermögen: 43,6 Milliarden US-Dollar
Platz 6: Mark Zuckerberg (Facebook-Chef)
Geschätztes Vermögen: 44,6 Milliarden US-Dollar
Platz 5: Jeff Bezos (Amazon-Chef)
Geschätztes Vermögen: 45,2 Milliarden US-Dollar
Platz 4: Carlos Slim Helu (besitzt Baukonzerne, Finanzdienstleister und Telekomunikationsunternehmen)
Geschätztes Vermögen: 50 Milliarden US-Dollar
Platz 3: Warren Buffett (Großinvestor)
Geschätztes Vermögen: 60,8 Milliarden US-Dollar
Platz 2: Amancio Ortega (Zara-Chef und Modeunternehmer)
Geschätztes Vermögen: 67 Milliarden US-Dollar
Platz 1: Bill Gates (Microsoft-Gründer)
Geschätztes Vermögen: 75 Milliarden US-Dollar
Zahlen und Ranking laut Oxfam Deutschland
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Die weltweite Ungleichheit ist groß

Was die Entwicklungshilfe-Organisation mit dem drastischen Vergleich sagen möchte: Die weltweite Ungleichheit ist drastischer als je zuvor. Nach der Oxfam-Rechnung besitzen die acht reichsten Menschen – übrigens alles Männer – zusammen 426 Milliarden Dollar. Die ärmere Hälfte der Menschheit, insgesamt 3,6 Milliarden Menschen, hat zusammengerechnet dagegen nur 409 Milliarden.

Im vergangenen Jahr standen im Oxfam-Vergleich übrigens noch 62 Milliardäre gegen die ärmsten 50 Prozent. Daran Schuld ist allerdings nicht die wachsende Ungleichheit, sondern eine neue Berechnung. Seit diesem Jahr nutzt Oxfam neue Daten der Großbank Credit Suisse. Sie schätzt, dass die unteren 50 Prozent nur 0,2 Prozent des globalen Vermögens haben. 2015 ging Oxfam noch von 0,7 Prozent aus.

Ist diese Berechnung seriös?

Unterschiedliche Studien zeigen, dass der globale Wohlstand enorm ungleich verteilt ist. Aber: Die Zahlen des Ungleichheitsberichts von Oxfam werden seit Jahren immer wieder kritisiert. Ein Grund dafür ist, dass das Vermögen der Superreichen nur auf Grundlage eines "Forbes"-Rankings geschätzt wird – und dafür verschiedene Quellen genutzt werden. Sichere Zahlen gibt es zu diesen Menschen praktisch nicht.

Ein anderes Problem: Nach den Oxfam-Zahlen gilt auch als arm, wer Studienkredite nutzt, aber bereits einen guten Job hat. In den USA ist das oft der Fall. Nach dieser Rechnung sind viele US-Bürger deshalb ärmer als Bettler in Indien oder Kambodscha. Oxfam verteidigt die Zahlen aber und betont, dass sie auch dann noch extrem seien, wenn man solche Verzerrungen herausrechnen würde.

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