Bild: dpa / Jens Wolf

2005 starb der Asylbewerber Oury Jalloh in einer Dessauer Polizeizelle. Laut der Beamten vor Ort soll er sich selbst angezündet haben. Doch die Version ist umstritten

Jetzt veröffentlichte das ARD-Magazin "Monitor" neue Indizien, dass Jalloh getötet wurde.

Das Magazin konnte die Ermittlungsakten einsehen, folgende Punkte wurden klar: 

  • Der Asylbewerber war möglicherweise handlungsunfähig oder bereits tot, als ein Brand in seiner Zelle ausbrach. Zuvor war bekannt, dass er alkoholisiert gewesen sein soll. 
  • Jallohs schwerwiegende Verbrennungen können nicht ohne Brandbeschleuniger wie Leichtbenzin und äußere Einwirkungen entstanden sein. 
  • Auch das Maß der Zerstörung in der Zelle sei zu groß, als dass keine Fremdeinwirkung stattgefunden habe. Zu diesem Ergebnis kamen die Ermittler nach umfangreichen Gutachten zur Frage, wie das Feuer in der Zelle entfacht wurde. 
  • Selbst der Hallenser Oberstaatsanwalt Folker Bittmann sagte in einem Brief von April 2017, dass der Verdacht auf Mord sich erhärte und nannte sogar Tatverdächtige. Er vertrat vorher die Position, dass Jalloh sich selbst getötet hat. 
Was ist von den neuen Enthüllungen zu halten?

Auf Anfrage der Süddeutschen Zeitung sagte die zuständige Staatsanwältin Heike Geyer, dass die vorliegenden Gutachten nicht widerlegen, dass Jalloh sich selbst getötet hat: 

Es mag sein, dass nun die Akten in der Öffentlichkeit kursieren und dass jemand aufgrund dieser Akten zu einem anderen Ergebnis kommt. An unserer Einschätzung ändert das nichts.
Was war bisher passiert?
  • 2012 wurde ein Dienstgruppenleiter wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von rund 11.000 Euro verurteilt (Faz). Damit waren die Ermittlungen aber nicht abgeschlossen. 
  • 2014 sollte die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau den Fall endgültig aufklären– drei Jahre später forderte sie beim Generalbundesanwalt die Einstellung des Verfahrens. (SPIEGEL ONLINE
  • Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft Halle, auch sie wollten das Verfahren im Oktober 2017 einstellen. Es gab angeblich nicht genügend Beweise. (Monitor

Zu einer Stellungnahme waren die Zuständigen in Halle gegenüber Monitor und der Süddeutschen Zeitung nicht bereit.

Das heißt: Auch nach zwölf Jahren ist der Fall Oury Jalloh noch nicht endgültig aufgeklärt.

Gerechtigkeit

Dieser Kölner Student soll von Zara beklaut worden sein – jetzt wehrt er sich

Boris Schmitz ist fassunglos. "Das ist kein Kompliment, das fühlt sich an wie Diebstahl", sagt er. "Mich macht das alles so wütend."

Boris ist 24, er studiert Kunst und Deutsch auf Lehramt in Köln. Nebenbei arbeitet er als Illustrator. Er zeichnet, lädt seine Bilder bei Instagram und Tumblr hoch, mittlerweile hat er insgesamt 30.000 Follower.