Bild: dpa / bento

Otto Warmbier ist tot. Der 22-jährige Student aus den USA starb am Montag in einem Krankenhaus in seiner Heimat Cincinnati. Vor einer Woche war er aus Nordkorea freigekommen. Dort war er vor mehr als einem Jahr festgenommen worden. Wie jetzt herauskam, lag er 15 Monate im Koma. Offenbar hatte er eine schwere Verletzung am Kopf erlitten.

Wer ist Otto Warmbier und warum war er in Nordkorea?

Warmbier war Anfang 2016 auf einer Bildungsreise in Nordkorea unterwegs, als er dort festgenommen wurde. Die Behörden warfen ihm vor, ein Propagandaposter von einer Hotelwand entfernt zu haben – eine Straftat gegen den nordkoreanischen Staat. Anschließend verurteilte man ihn zu 15 Jahren Straflager. In einem inszenierten Auftritt bezeichnete Warmbier die Tat als "schlimmsten Fehler" seines Lebens. (CNN)

Die USA hatte sich anschließend für seine Freilassung eingesetzt, neben US-Außenminister Rex Tillerson auch das schwedische Außenministerium, das die Interessen der USA in Nordkorea vertritt.

Welche Erklärung gibt es für seine Verletzungen?

Die Eltern erfuhren erst vor einer Woche, dass ihr Sohn im Koma liegt – und das schon in etwa seit dem Zeitpunkt des Gerichtsurteils. Nordkorea erklärte, Warmbier hätte eine Lebensmittelvergiftung erlitten und danach Schlafmittel bekommen. Danach sei er nicht mehr aufgewacht. (Tagesschau)

Die Eltern zweifeln daran. Vater Fred Warmbier attackierte die nordkoreanische Regierung: "Es gibt keine Entschuldigung dafür, wie die Nordkoreaner unseren Sohn behandelt haben, und keine Entschuldigung für die Weise, in der sie so viele andere behandelt haben."

Später stellten die Ärzte in Cincinnati bei Otto Warmbier schwere neurologische Schäden fest. Die Folgen: Warmbier konnte zwar seine Augen öffnen und blinzeln, reagierte aber nicht auf Ansprache.

Wie gefährlich ist Nordkorea?

Das isolierte und bitterarme Land gilt als eines der am stärksten militarisierten Länder der Welt. Nordkorea verfügt über Raketen, die Japan erreichen könnten. Diese Karte zeigt, wie weit die Raketen reichen:

Was die Sache so bedrohlich macht: Nordkorea besitzt Atombomben. Bislang ist allerdings unklar, ob das Land auch in der Lage ist, seine Raketen mit den Atomsprengköpfen zu bestücken.

Wie reagierte die US-Regierung auf Warmbiers Tod?

Donald Trump kondolierte Warmbiers Eltern bei Twitter. In einem offiziellen Statement des Weißen Hauses heißt es: "Es gibt nichts, das für Eltern tragischer ist, als der Verlust des eigenen Kindes, das mitten im Leben stand." 

"Die Vereinigten Staaten verurteilen aufs Neue die Brutalität des nordkoreanischen Regimes, während wir dessen jüngstes Opfer betrauern", heißt es weiter.

US-Senator John McCain verurteilt Nordkorea scharf. Es drohe eine Eskalation: "Die Vereinigten Staaten von Amerika können und sollten die Tötung ihrer Staatsbürger durch feindliche Kräfte nicht tolerieren."

Die Frage ist nun: Wie wird sich die USA verhalten?

Was bedeutet das für den Konflikt USA-Nordkorea?

Die Lage zwischen beiden Ländern ist angespannt und dürfte sich nun weiter verschärfen. Härtere Sanktionen sind im Gespräch. (South China Morning Post)

  • Ex-Präsident Barack Obama hatte in seiner Amtszeit den Druck auf Nordkorea erhöht und China zu mehr Verantwortung gedrängt. Das Land beschützt bislang Nordkorea vor einer vollständigen Isolation.
  • Donald Trump führt Obamas Kurs fort – und verschärft ihn weiter. Er hat Flugzeugträger in die Gewässer vor Nordkorea entsandt und droht der nordkoreanischen Führung in seinen Reden. (bento

Hier erfährst du mehr Hintergründe:

Was bewirken härtere Sanktionen in Nordkorea?

Die Menschen im Land leiden Hunger und werden vom Regime des Diktators Kim-Jong Un ausgebeutet. Ein Uno-Bericht vom März zeichnet eine schwierige Lage.

  • Den meisten Nordkoreanern fehlt der Zugang zu medizinischer Versorgung und sanitären Einrichtungen.
  • Zwei von fünf Menschen im Land sind unterernährt, 70 Prozent der Bevölkerung sind auf Lebensmittel-Notpakete angewiesen.
  • Dürren und Überschwemmungen schaden der Landwirtschaft. Seit 1990 sollen Hunderttausende an Hunger gestorben sein.
Für die schwierige Lage ist das Regime verantwortlich – aber eben auch die Sanktionen. 

Die Sanktionen hindern Nordkorea unter anderem am Kohleexport, worauf sich die Wirtschaft des Landes gründet. Auch Finanzströme und Waffenimporte werden verhindert.

Doch Experten sind der Meinung, dass die Sanktionen auf das Regime bislang kaum Auswirkungen hatten (CNN). Wem sie allerdings schaden: der Bevölkerung. 


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