Bild: dpa/Screenshot; Montage: bento
Was wirklich hinter der Meldung steckt.

Auf Twitter und Facebook macht seit Neujahr ein Foto die Runde, das einen Zeitungsartikel über Karussellautos zeigt. Und viele regt die dazu gehörige Nachricht richtig auf.

Denn laut Artikel hat die Stadt Osnabrück verfügt, dass Schausteller ab sofort keine Autos, LKW oder Motorräder mehr in ihren Karussells zeigen dürfen. Es geht nicht um echte Fahrzeuge – sondern um die quietschbunten Miniwagen auf Karussells. 

Auch Flugzeuge, Helikopter und exotische Tiere seien verboten. Erlaubt seien nur noch Nutztiere, Fahrräder, Kutschen oder "Fahrzeuge des öffentlichen Personennahverkehrs".

Angeblich werden die Karussell-Fahrzeuge verboten, um Kindern schon früh eine klimafreundliche Erziehung beizubringen, heißt es in dem Zeitungsausschnitt. 

Auch ein Verbot von Spielzeugautos sei in der Diskussion. Im Netz regen sich nun viele auf. Die "Öko-Religion" der Grünen sorge für immer schlimmere Verbote, heißt es. Kaum fange das neue Jahr an, gehe der Wahnsinn der Politik weiter, schreiben einige.

Allerdings: Die Sache ist nur ein Spaß. Dahinter steckt ein Satireartikel der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Immer zum Jahreswechsel schreibt die Zeitung einen "Silvesterpunsch" auf – eine Art Aprilscherz, nur halt schon am 1. Januar. Auf der Homepage der "Neue Osnabrücker Zeitung" taucht die Meldung nicht auf. Sie ist nur in der Zeitung zu finden. 

Dass es sich um einen Scherz handelt, hat ein Redakteur der "Osnabrücker Zeitung" am Mittwoch gegenüber bento bestätigt.

Für Leser, die die ganze Seite in der Hand halten, ist der Scherz ersichtlich: Es gibt dort eine Kolumne und eben ersponnene Texte. Drunter steht, dass die Redakteure wohl schon am "Silvesterpunsch" genippt haben, und man daher nicht alles so ernst nehmen soll. 

Der "Silvesterpunsch" hat bei der "Neuen Osnabrücker" Tradition. Vor fünf Jahren behauptete die Lokalzeitung zum Beispiel, die Osnabrücker Feuerwehr schaffe sich ausgediente Drohnen des US-Militärs an, um Brände künftig aus der Luft zu bekämpfen. Die Feuerwehr selbst korrigierte den Scherz nicht, sondern trieb ihn auf Facebook sogar noch weiter ins Absurde.

Schwierig wird es erst, wenn die Albernheiten aus dem Lokalteil einer Zeitung ins Netz wandern – und dann von Menschen ernst genommen werden, die den Lokalteil nie in der Hand hatten. 


Gerechtigkeit

Hier bilden zehntausende Frauen eine 600 Kilometer lange Kette für Gleichberechtigung

Im Süden Indiens haben zehntausende Frauen am Dienstag eine Menschenkette gebildet – um für gleiche Rechte zu demonstrieren. Nach Medienangaben soll die Menschenkette im Bundesstaat Kerala 620 Kilometer lang gewesen sein. (CNN, Al-Jazeera)

Im Netz sind Bilder und Videos zu sehen, auf denen hinduistische und muslimische Frauen gemeinsam die Menschenkette quer durch Kerala bilden.