Bild: Jeff Lipsky/AMPAS via ZUMA/dpa

Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences hat insgesamt 928 Menschen aus 59 Ländern eingeladen, Mitglied bei ihnen zu werden. Rund die Hälfte sind Frauen, ein Drittel gehören Minderheiten an. Sind die Herrschaftszeiten der "weißen, alten Männer" in der Academy vorbei?

3 Fragen, 3 Antworten:

Was bedeutet es, Mitglied der Academy zu sein?

Wenn alle 928 eingeladenen Stars und Filmemacher die Einladung annehmen, hat die Academy 8200 Mitglieder, die bei den jährlichen Academy Awards (oder auch der "Oscar-Verleihung") stimmberechtigt sind. Sie entscheiden, wer den Oscar bekommt. 

Mitglied kann nur werden, wer einmal für einen Oscar nominiert oder von zwei Kollegen empfohlen und von der Academy akzeptiert wurde. 

Im vergangenen Jahr hat die Akademie 774 Personen eingeladen, wobei insbesondere auf Diversität geachtet wurde. Noch vor einem Jahrzehnt beschränkte die Organisation die Einladungen auf maximal 115 Personen pro Jahr – und Diversität war kein Thema. 

Was ist dieses Jahr anders?

49 Prozent der dieses Jahr eingeladenen Personen sind Frauen, 30 Prozent gehören Minderheiten an, wie People of Color, also Menschen, die für die meisten als nicht-weiß gelten.

Wenn alle Einladungen angenommen werden – es gibt einige wenige, die abgelehnt haben, einer ist Woody Allen – wird der weibliche Anteil der Academy-Mitglieder insgesamt von 28 auf 31 Prozent steigen, der Anteil der People of Color unter den Mitgliedern von 13 auf 16 Prozent. (New York Times

Zu den Eingeladenen in diesem Jahr gehören übrigens Deutsche wie Schauspielerin Diane Kruger, die Filmemacherin Katja Benrath und der Komponist Hauschka, und außerdem Schauspieler wie Anna Chlumsky, Blake Lively, Olivia Munn, Amy Schumer, Jada Pinkett Smith, Liv Tyler und Hannibal Buress, Musiker wie Kendrick Lamar und Autoren wie J.K. Rowling.

Warum wurden so viele Frauen und People of Color eingeladen?

Bisher galt die Academy als "exklusiver Club vor allem für weiße Männer". Mit seinen 928 neuen Mitgliedern, möchte die Academy diesen Stand durchbrechen. 

Denn bis 2016 galtWer es einmal in den exklusiven Verein geschafft hatte, konnte bis zu seinem Lebensende dabei bleiben. Bei der langen Geschichte der Oscars führte gerade die lebenslange Mitgliedschaft dazu, dass weiße, alte Männer überrepräsentiert sind. 

Nachdem 2016 das zweite Jahr in Folge keine farbigen Darsteller für einen Oscar nominiert wurden, was zu vielen Protesten führte (bento), versprach der 54-köpfige Vorstand, die Frauen- und Minderheitenmitgliedschaften in der Academy bis 2020 zu verdoppeln.

Außerdem gilt die Academy-Mitgliedschaft nicht mehr auf Lebenszeit, sondern wurde begrenzt auf zehn Jahre. Wer in dieser Zeit in keinem neuen Film mitgespielt hat, also inaktiv ist, verliert sein Wahlrecht. 

So soll es bald mehr Diversität unter den Academy-Mitgliedern – und damit Oscars-Entscheidern – geben.


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