Bild: EPA/Jan Hetfleisch
Wenn die Pläne so umgesetzt werden, werden Flüchtlinge zu Menschen zweiter Klasse.

Österreichs neue Regierung steht. Zwei Monate nach den Parlamentswahlen hat sich die rechtskonservative Volkspartei ÖVP auf eine Koalition mit der rechtspopulistischen FPÖ geeinigt. Bundeskanzler wird der 31-jährige Sebastian Kurz (hier erfährst du mehr über ihn).

Nun haben die Parteien ihr Regierungsprogramm vorgestellt. Auf 182 Seiten steht eine Mischung aus Europa-Bekenntnis und Nationalismus. Im Bereich der Digitalisierung und beim Klimaschutz wollen die Parteien viel erreichen. (Hier ist das komplette Programm)

Was sie aber auch versprechen: "Illegale Migration stoppen" und "Asylverfahren beschleunigen".

Wie genau wollen sie das erreichen? 

Wir haben uns das Regierungsprogramm genauer angeschaut. 

Das sind die wichtigsten Punkte zum Thema "Migration":
Asylbewerber sollen zu Beginn ihr gesamtes Bargeld abgeben. Das Geld soll zur Deckung ihrer Grundversorgung genutzt werden.
Außerdem müssen Asylbewerber ihre Handys bereitstellen: Behörden dürfen die Daten auslesen, um ihre Identität zu klären. Ähnliches erlaubt auch Deutschland.
Wer als Flüchtling die Heimat besucht, bekommt seinen Schutzstatus rascher aberkannt. Gleichzeitig sollen mehr Länder als sichere Herkunftsstaaten anerkannt werden.
Während des Asylverfahrens sollen Asylsuchende nur noch Sachleistungen erhalten, kein Bargeld.
Die ärztliche Verschwiegenheitspflicht soll aufgehoben werden, wenn Erkrankungen eines Asylbewerbers "grundversorgungs-relevant" sind.
Flüchtlingskinder sollen nicht länger ins Schulsystem integriert werden – sondern getrennt in sogenannten Brückenklassen Deutsch lernen.
Die Grundsicherung beträgt nur noch 365 Euro plus einen möglichen Integrationsbonus von 155 Euro bei guter Führung. In der Summe 520 Euro statt wie bisher 914 Euro.
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Und das plant die österreichische Regierung beim Thema "Innere Sicherheit":
Islamische Predigten sollen besser überwacht werden, um extremistische Darstellungen des Islam zu verhindern.
Ausländische Finanzierungen von islamischen Einrichtungen sollen verboten werden. (Gemeint ist vor allem die Förderung von Moscheen aus Saudi-Arabien.)
Islamische Kindergärten, Schulen und Einrichtungen sollen geschlossen werden, wenn sie diese Auflagen nicht erfüllen.
Nicht mehr jeder kann Staatsbürger werden. Den österreichischen Pass gibt es erst als "Abschluss eines erfolgreichen Integrationsprozesses".
Strafen für Gewalt- und Sexualdelikte sollen drastisch verschärft werden. Das gilt insbesondere für Übergriffe gegen Frauen und Kinder.
2100 zusätzliche Polizisten sollen in den kommenden fünf Jahren eingestellt werden.
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Im Programm machen die Parteien deutlich, dass sie nicht gegen den Islam an sich sind. Religionsfreiheit soll weiter gewährt werden. Allerdings wolle man gegen den "politischen Islam" kämpfen, der das Ziel habe, "unsere Gesellschaft zu unterwandern".

Hier erfährst du mehr über den Kanzler, der das Programm jetzt verwirklichen will:


Streaming

Wegen "Dark": US-Medien müssen Netflix-Nutzern erklären, wo man Untertitel einschaltet
Weil alle verrückt danach sind, die Serie im deutschen O-Ton zu gucken.

Wer etwas auf sich hält, guckt nicht mehr Fernsehen, sondern streamt lieber Serien. Wer noch mehr auf sich hält, guckt nicht irgendwelche, sondern nur preisgekrönte US-Serien. Und wer kaum noch an sich halten kann, betont auf so ziemlich jeder Party, dass er diese Serien – "natürlich" – nur im Originalton genießt.

Nun kommen auch englischsprachige Streamingfans in den Genuss der O-Ton-Angeberei – denn alle sind verrückt nach der deutschen Serie "Dark".

Der Hype ist anscheinend so groß, dass nun schon mehrere US-Medien den Nutzern erklären, wie genau das eigentlich geht, eine Serie im Original gucken.