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Also betteln die Rechtsextremen um deutsche Hilfe.

Die Polizei in Österreich ermittelt gegen die rechtsextremen Identitären. Bereits am Donnerstag begannen erste Hausdurchsuchungen in sechs Wohnungen und in vier Geschäfts- und Vereinslokalen – unter anderem in Graz, Wien und Linz. Das hat die Staatsanwaltschaft nun bestätigt. (Der Standard)

Der Grund? Es bestehe der Verdacht der Bildung einer kriminellen Vereinigung und der "Verhetzung".

Das sagte der zuständige Staatsanwalt Christian Kroschl. Der Straftatbestand der "Verhetzung" entspricht in etwa der in Deutschland strafbaren Volksverhetzung. Es steht unter Strafe, Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Ethnie oder ihres Glaubens anzugehen.

Wer sind die "Identitären"?

Die "Identitäre Bewegung" sind Rechtsextreme, die seit 2012 in Deutschland aktiv sind. Die Gruppierung wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Flüchtlinge und Zuwanderer islamischen Glaubens werden von den "Identitären" in extremer Weise diffamiert. Auf Twitter macht das rechte Bündnis unter "Ein Prozent" Stimmung.

Die "Identitären" wenden sich gegen eine angebliche "Überfremdung" durch Einwanderer. Im vergangenen August besetzte die Gruppierung kurzzeitig das Brandenburger Tor.

Die Anhänger sind in mehreren Ländern aktiv, darunter neben Deutschland vor allem in Frankreich und Österreich. 

In Österreich werden die Untersuchungen nun gegen die führenden Köpfe der hiesigen Identitären geführt. 

Festnahmen erfolgten zunächst nicht. Die Staatsanwaltschaft machte keine Angaben, ob und welche Beweismittel sichergestellt wurden. 

Einer der Anführer in Österreich ist Martin Sellner. Er wurde kürzlich an der Einreise nach Großbritannien gehindert – in London wollte er öffentlich gegen Überfremdung sprechen. (bento)

  • Sellner gilt als bekanntestes Gesicht der Identitären. 
  • Er war im vergangenen Jahr maßgeblich an der "Defend Europe"-Aktion auf dem Mittelmeer beteiligt. 
  • Dabei wollten die Rechten Schiffe behindern, die ertrinkende Flüchtlinge retten.
  • Die Aktion war von Pannen begleitet und scheiterte. 

Sellners Zimmer wurde von Beamten durchsucht, nach eigenen Angaben der Identitären wurden dabei Laptop und Handy beschlagnahmt. Sellner hat auf Twitter davon berichtet:

Die Rechten bitten nun um Hilfe aus Deutschland – weil auch ihr Konto gekündigt wurde.

Angeblich "nach Druck" habe ihre ungarische Bank das Spendenkonto deaktiviert, schrieben die österreichischen Identitären auf Facebook. Die Hilfe soll nun aus Deutschland kommen: Ein Konto der Sparkasse Paderborn-Detmold wird für neue Transfers angegeben.

Die Rechtsextremen sehen sich selbst als friedliche Aktivisten. Was sie so gefährlich macht: Sie setzen sich für "gesäuberte" Nationen ein. Ihre Aktionen gegen Ausländer wirken dabei aber stets liberal und fortschrittlich, das fremdenfeindliche Gedankengut wird oft verschleiert.


Today

Reporterin wird live belästigt – sie wehrt sich mit ihrem Mikro 💪
Nun könnte daraus eine neue Bewegung werden.

Der Moment, in dem sie sich wehrt, lässt die Kerle fassungslos zurück. Und beschämt. Die Reporterin Maria Fernanda Mora hat sich live im mexikanischen Fernsehen gegen einen Grabscher gewehrt. Und damit ein wichtiges Zeichen gesetzt.

Für den mexikanischen TV-Sender Fox Sports sollte Mora über das Finale der nord- und mittelamerikanischen Champions League berichten. Die Chivas, eines der beliebtesten Fußballteams in Mexiko, hatten gerade gewonnen. (Die Welt)

Mora berichtete mitten aus dem Menge der jubelnden Fans – als einer sie offenbar betatscht.