Bild: Sebastian Kahnert/dpa (Symbolbild)
"Sind Homosexuelle nicht eher gesellig?" Fünf Fragen zum abgelehnten Asylantrag.

In Österreich sorgt die Asylentscheidung eines Beamten für Aufsehen: Er hatte den Antrag auf Asyl eines Afghanen abgelehnt, der nach eigener Aussage homosexuell ist. Der Beamte glaubte ihm nicht und stellte seine Sexualität in Frage, indem er mit haarsträubenden Klischees argumentierte. Das berichtet die Wiener Wochenzeitung "Falter", die aus dem entsprechenden Bescheid zitierte.

Um welchen Fall geht es genau?

Ein 18-jähriger Afghane war nach Österreich geflüchtet und hatte dort Asyl beantragt. Die Begründung: In Afghanistan sei er aufgrund seiner Homosexualität verfolgt worden. Nach seiner Flucht ist der Afghane bisher in einem SOS-Kinderdorf untergekommen.

Wie reagierte der Beamte?

Er lehnte den Antrag des Afghanen ab, weil er ihm nicht glaubte, dass er homosexuell sei. "Weder Ihr Gang, Ihr Gehabe oder Ihre Bekleidung haben auch nur annähernd darauf hingedeutet, dass Sie homosexuell sein könnten", zitiert der "Falter" aus der Entscheidung. Offenbar ging der Beamte also von der Annahme aus, dass es äußere Kriterien gebe, an denen man homosexuelle Menschen erkennen könnte.

Weiter heißt es laut "Falter":

"Es wird berichtet, dass Sie öfter Auseinandersetzungen mit anderen Zimmergenossen hatten. Ein Aggressionspotential ist bei Ihnen also vorhanden, das bei einem Homosexuellen nicht zu erwarten wäre."

Wieder tappt der Beamte in ein ziemlich plumpes Klischee: Homosexuelle sind in seiner Vorstellung offenbar grundsätzlich friedlich.

Darüber hinaus beruft der Beamte sich auf Unterlagen zum Antrag des Afghanen. Laut "Falter" schreibt er: "Freunde hätten Sie nicht sehr viele, steht in dem Bericht ebenso. Sind Homosexuelle nicht eher gesellig?" Der Mann hatte angegeben, dass er gerne allein oder in kleinen Gruppen unterwegs sei. "Auch das passt nicht zu einem angeblich Homosexuellen."

Der Falter zitiert zudem zwei weitere gewagte Thesen des Beamten:

  1. Nicht-homosexuelle Jungen könne der Afghane anders als behauptet nicht geküsst haben. Denn: "Hätten Sie das tatsächlich bei einem nicht homosexuellen Jungen gemacht, dann hätten Sie furchtbare Prügel bezogen." Kein Mann lasse sich von einem anderen Mann küssen, wenn er nicht homosexuell sei. “Das ist völlig undenkbar."
  2. Auch dass der Afghane sich schon mit zwölf Jahren für Männer interessiert haben will, erscheint dem Beamten nicht plausibel. "In einer wenig sexuellen Gesellschaft wie der afghanischen, in der es in der Öffentlichkeit keine sexuellen Reize durch Mode und Werbung gibt, ist es nicht sehr wahrscheinlich, bereits so früh ‘sexualisiert’ zu werden", zitiert der "Falter".

Das selbstsichere Urteil des Beamten sieht dem "Falter" zufolge so aus:

Sie sind nicht homosexuell und haben daher bei Ihrer Rückkehr nach Afghanistan nichts zu befürchten.

Wie ist die Situation in Afghanistan für Homosexuelle?

Queere Menschen werden in dem Land gezwungen, ihre Sexualität zu verstecken. Staat und Mitmenschen verfolgen sie, treiben viele von ihnen so in die Flucht.

Wie reagiert die Behörde?

Sie verteidigte sich. Auf Anfrage der "Bild"-Zeitung teilte sie mit, man könne es "objektiv betrachtet auch nicht als gegeben hinnehmen, dass die betreffende Person tatsächlich homosexuell sei."

Wie geht es mit dem Afghanen weiter?

Er hat Einspruch gegen die Entscheidung eingelegt. Entscheidet die Behörde doch nicht, dass er als schwul gilt, müsste er bleiben dürfen. Das geht aus einem Urteil des österreichischen Verfassungsgerichts aus dem Oktober 2014 vor. Demnach sei homosexuellen Geflüchteten eine Rückkehr in ihr Heimatland nicht zuzumuten, wenn sie ihre Sexualität geheim halten oder “Zurückhaltung beim Ausleben der sexuellen Ausrichtung üben” müssten. (SPIEGEL ONLINE)


Grün

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