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Drei Fragen zum neuen System

Der österreichische Arbeitsmarktservice (AMS) will das System der Jobvermittlung effektiver machen. Dafür hat er nun ein Konzept für einen neuen Computeralgorithmus vorgelegt, das Arbeitssuchende in verschiedene Kategorien einteilen soll. Das Problem: Das neue System könnte die schon bestehende Diskriminierung am Arbeitsmarkt noch verschärfen.

Was genau bringt das neue System?

Eigentlich soll es Arbeitssuchenden helfen, passende Unterstützung bei der Jobsuche zu finden. Der Algorithmus wird dafür mit Daten zum beruflichen Werdegang der Arbeitslosen gefüttert. So erfasst das Programm Informationen zu Schulabschlüssen und Ausbildungen der Betroffenen, ebenso wie frühere berufliche Tätigkeiten. Anhand dieser Daten soll dann errechnet werden, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass die Arbeitssuchenden binnen zwei Jahren einen festen Job bekommen.

Je nach Punktestand werden die Menschen dann vom Programm in drei Kategorien einsortiert. Das bedeutet auch: Der AMS bietet entsprechende Unterstützung in Form von Weiterbildungen oder Coachings. 

Klingt erst mal nicht schlecht, doch viele Leute wiesen sofort auf die Nachteile eines solchen Algorithmus hin. Zum Beispiel dieser Twitter-Nutzer:

Wieso die Kritik?

Neben den beruflichen Daten wird das Programm auch mit persönlichen Informationen gespeist: So werden die beruflichen Chancen auch anhand des Geschlechts, der Herkunft und der privaten Situation der Betroffenen berechnet. Konkret bedeutet das: Menschen, die nicht aus dem europäischen Raum stammen, werden im Ranking automatisch niedriger bewertet als Arbeitssuchende aus EU-Staaten oder Österreich; ebenso werden Frauen, ältere Menschen und Arbeitssuchende, die Kinder versorgen müssen, vom Algorithmus schlechter beurteilt.

Damit könnte der AMS bereits bestehende Diskriminierung im Jobmarkt verschärfen, denn wenn Frauen, Eltern oder Ausländerinnen und Ausländer automatisch eine schlechtere Bewertung im System erhalten, werden sie vom AMS dementsprechend auch schlechter gefördert. 

Warum? Weil der AMS die meisten Ressourcen auf die Gruppe von Menschen verwenden möchte, die in die mittlere Kategorie des Programms fallen, heißt es im Konzept. Damit hätten Leute, die ohnehin schon einen schwierigeren Start in die Arbeitswelt haben, im Vergleich zu besser bewerteten Menschen noch weniger Chancen. 

Wann geht es los?

Das System wird vom AMS ab 2019 in einer Testphase bei allen neuen Arbeitssuchenden eingesetzt – vorerst ohne Konsequenzen in der Förderung der Betroffenen. (derStandard)


Haha

Das kennst du nur, wenn du einen stinknormalen Namen hast, der aber komisch geschrieben wird
Elf typische Situationen aus dem Leben von Korinna, Katrin und Kristian.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Eine dämliche Floskel, die aber oft wahr ist. Das zeigt sich zum Beispiel auch, wenn du einen eigentlich vollkommen normalen Namen hast, der aber ein klein wenig anders geschrieben wird, als es die meisten gewohnt sind.

Zumindest mache ich, als Korinna, die mit K und nicht mit C geschrieben wird, relativ oft die Erfahrung, dass die Menschen über die Schreibweise meines Namens erstaunt, manchmal sogar verwirrt sind.

Deshalb für alle Katrins ohne h, Annkristins ohne Bindestrich und Kristians mit K:

Hier ein paar Situationen, die nur Menschen kennen, die einen eigentlich üblichen Namen haben, der aber "anders als normal" geschrieben wird.

Und deshalb viele ihrer Mitmenschen zu überfordern scheinen...

1 Du buchstabierst deinen Namen. Immer. 

2 Selbst wenn dein Gegenüber gar nicht versucht, deinen Namen aufzuschreiben. Einfach weil du es schon so gewohnt bist und es mit rausrutscht. "Hallo, ich bin Korinna mit K."

Und das ist dir hinterher peinlich...