Bild: dpa/Carsten Rehder

Unbekannte haben in der Nacht zum Freitag den Bürgermeister der schleswig-holsteinischen Ortschaft Oersdorf niedergeschlagen. Joachim Kebschull hatte sich dafür eingesetzt, Flüchtlinge in ein Haus in der 900-Einwohner-Gemeinde nördlich von Hamburg einziehen zu lassen. Die Polizei geht daher von einer fremdenfeindlichen Tat aus. (NDR)

Der 61-Jährige verlor beim Angriff das Bewusstsein und musste ins Krankenhaus. Nach Polizeiangaben wurde der Bürgermeister von hinten niedergeschlagen, als er im Ort unterwegs war. Die Täter nutzten demnach einen Knüppel oder ein Kantholz. (SPIEGEL ONLINE)

In den vergangenen Wochen hatte es bereits mehrfach Drohungen im Ort gegeben.

Kebschull hatte selbst in einem Infoschreiben über die Drohungen informiert. Unter anderem mussten bereits zwei Sitzungen des Bauausschusses von Oersdorf wegen Bombendrohungen ausfallen. Der Ausschuss ist das Gremium, wo über eine mögliche Flüchtlingsunterkunft beraten wird.

Tatsächlich geht es lediglich um den Kauf eines Gebäudes – in dem Oersdorf mit Wohnungen für alte Menschen oder junge Familien plant. Eine Flüchtlingsunterkunft war noch gar nicht geplant, sagt Kebschull. Er sagt allerdings auch:

"Wir machen keinen Hehl daraus: Wenn sich die Möglichkeit ergäbe, dass wir auch einer Flüchtlingsfamilie eine neue Heimat in unserem Dorf bieten könnten, würden wir diese Gelegenheit gern ergreifen."

Zuletzt erhielt Kebschull am Donnerstag einen Drohbrief, unmittelbar vor dem Angriff. Darin stand unter anderem: "Wer nicht hören will, muss fühlen" und "Oersdorf den Oersdorfern".

Mehr Fälle rechter Gewalt:


Gerechtigkeit

Syrien macht jetzt Werbung mit "Game of Thrones" – und zeigt ein heiles Aleppo

Verbotene Phosphorbomben brennen Menschen das Fleisch von der Haut, Splittergranaten zertrümmern Knochen. Bis zu 300.000 Menschen sollen in Aleppo eingeschlossen sein. Der Krieg hat die syrische Stadt in eine Hölle verwandelt. (SPIEGEL ONLINE)

Die syrische Regierung sieht das anders: Alles in bester Ordnung, findet sie. Gerade für Touristen ist Aleppo einen Besuch wert. So zumindest suggeriert es ein Video, dass das syrische Tourismusministerium jetzt veröffentlicht hat. Eine Drohne fliegt über Aleppo und zeigt die schönsten Monumente.

Das Video wird mit einer orientalischen Version der "Game of Thrones"-Melodie untermalt: