Bild: Screenshot/Twitter
Tausende wollen ihm helfen. Jetzt gibt es Hoffnung.

Während die einen bei Gänsebraten im warmen Wohnzimmer sitzen oder über die Bedeutung von Weihnachtspredigen streiten, schreibt Norman, der sich im Internet @deinTherapeut nennt, am ersten Weihnachtsfeiertag einen kurzen, emotionalen Tweet. "Ich suche meinen Papa", und: "Das hier fällt mir schwer, aber vielleicht kann Twitter helfen." 

Bis heute haben mehr als 18.000 Menschen die kurze Nachricht geteilt. 

In weiteren Tweets beschreibt Norman, wie sein Vater aussehen soll, und erklärt seine Geschichte genauer.

Doch gleichzeitig wächst die Kritik an Norman. Viele Nutzer werfen ihm vor, ein Lügner zu sein oder sich die Geschichte nur ausgedacht zu haben.

Tatsächlich kann niemand sagen, ob Normans Vater es gut findet, dass so viele Details über ihn im Internet zu lesen sind. Heiligt der Zweck die Mittel? Viele glauben das.

Sie verteidigen die öffentliche Suche in den sozialen Netzwerken:

Sicher ist: Obdachlosigkeit ist in Deutschland ein wachsendes Problem. Nach Schätzungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) lebten im vergangenen Jahr 860.000 Menschen ohne feste Wohnung, 52.000 davon waren demnach obdachlos. Und die Organisation geht davon aus, dass die Zahl der Obdachlosen in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Besonders im Winter leiden viele Betroffene unter der Kälte.

Seit Wochen wird über das Thema diskutiert. Schon bald nach Normans Aufruf melden sich die ersten Medien, die über die Internet-Suche nach seinem Vater berichten möchten.

Für viele Medien ist Norman kein Unbekannter. Erst im Herbst war er durch eine Aktion bekannt geworden, bei der er Tipps zum Umgang mit depressiven Menschen gegeben hatte. Auch bento berichtete damals darüber. Das Thema verbreitete sich viral. 

Das Maß an Aufmerksamkeit sorgte schon damals für Diskussionen:
Die meisten Menschen loben die Suche nach Normans Vater. Viele bieten praktische Hilfe an oder geben Tipps für weitere Anlaufpunkte:
Rechte Nutzer versuchen auf das Thema aufzuspringen, um gegen Flüchtlinge zu hetzen:
Doch dagegen wehrt sich Norman deutlich:
Inzwischen melden sich immer mehr Menschen, die glauben, seinen Vater in Hamburg gesehen zu haben:
Die nächste Nachricht klingt noch optimistischer. Angeblich kennt ein Mann aus Hamburg Normans Vater: 
Offenbar kann er Normans Vater die Nummer seines Sohnes geben.
Doch dann passiert nichts.
Kurz darauf folgt ein Update. Neue Hoffnung.
Andere Nutzer, welche die ganze Aktion über Tage hinweg verfolgt haben, sprechen Norman Mut zu:

Auch Stunden später hat Norman noch keinen Anruf erhalten. Bislang ist die Suche trotz Tausender Tweets ohne Ergebnis verlaufen.

Doch Norman will seinen Vater weiter suchen. Wer glaubt, die beschriebene Person zu kennen, kann ihm hier dabei helfen.

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