Bild: Horia Manolache
Ein Fotograf zeigt Obdachlose aus ungewöhnlicher Perspektive.

Obdachlose leben auf der Straße – aber das heißt nicht, dass sie keine Träume, keinen Plan für die Zukunft haben, nicht trotz allem noch auf den Job hoffen, den sie schon immer haben wollten. Um das zu zeigen, hat der amerikanische Fotograf Horia Manolache mit Tammy, Frank, Max und elf anderen Obdachlosen gesprochen. Sie haben ihm erzählt, welchen Beruf sie gerne ergriffen hätten, wenn nicht die Drogensucht dazwischen gekommen wäre oder der Vietnamkrieg.

Anschließend inszenierte Manolache jeweils zwei Fotos: Ein klassisches Porträt und eines, für das Manolache die Obdachlosen für einen Tag in ihren Traum versetzte. Manolaches Frau schminkte die Männer und Frauen, er selbst besorgte die Kleidung.

"Der Prinz und der Bettler" hat Manolache sein Projekt genannt. Das Ergebnis ist rührend, weil es zeigt, wie bescheiden die Wünsche der Obdachlosen sind – und bedrückend, weil es uns daran erinnert, wie schwer es für sie ist, ihre Träume zu verwirklichen.

Tammy lebt auf der Height Street in San Francisco und sagt, sie sei Menschenhändlern entkommen.
Sie habe es nicht verwunden, dass ihre Großmutter und ihr erster Ehemann ihr die Kinder weggenommen hätten.
Bill ist aus seiner Heimat geflohen, weil er dort ins Gefängnis gemusst hätte.
Er möchte seiner Mutter die Fotos schicken, sie hat Alzheimer und die Fotos sollen ihr helfen, sich an ihn zu erinnern.
Henry war lange Zeit abhängig von Drogen und Alkohol. Jetzt verkauft er Zeitungen für eine Organisation, die sich um Obdachlose kümmert.
Er sagt, er habe sich zwischen seiner Mutter und seinem Vater entscheiden müssen – das habe ihn geprägt.
Honey ist vor ihrem gewalttätigen Ehemann geflohen.
Einst schlief sie in einem Auto – bis es kaputt ging und die Polizei es ihr wegnahm. Seitdem schläft sie im Park und hat gelernt, Ukulele zu spielen.
Mike wurde von der Polizei beim Kiffen erwischt, deswegen ist er aus Ohio geflohen.
Jetzt versucht er wieder, auf die Beine zu kommen, ein neues Zuhause hat er schon gefunden.
Pops hat in Vietnam gekämpft. Er arbeitete als Ingenieur, als er begann, Drogen zu nehmen und seinen Job verlor.
Drogen nimmt er nun nicht mehr, er ist aber süchtig nach Alkohol.
Max kämpfte im Golfkrieg und im Vietnam, insgesamt 43 Jahre lang habe er in der amerikanischen Army gedient.
Als er zurückgekommen sei, habe er alles aufgegeben, sagt er. Er bereue es, dass er nicht mehr mit seiner Tochter spricht.
Hatte hatte einst eine Veranstaltungsfirma in Kalifornien. Er musste 100.000 Dollar Strafe zahlen, weil er einen Minderjährigen beschäftigt hatte und ging Pleite.
Jennifer kam aus Irland mit ihrem Ehemann in die USA. Jetzt leben sie getrennt. Jennifer ist schüchtern, wenn sie nüchtern ist.
Dan ist ein Schriftsteller. Er sagt, er sei nach einem turbulenten Leben schließlich auf der Straße gelandet.
Michael hat seine Mutter, seinen Job und sein Haus innerhalb von zwei Tagen verloren.
Er vermisst seinen Sohn, auf dem Foto zeigt er das Tattoo mit seinem Namen.
Shad sagt, er sei obdachlos geworden, nachdem seine Freundin ihm sein Portemonnaie gestohlen habe und seine Kreditwürdigkeit gesunken sei.
ist stolz darauf, dass seine Eltern in den Sechzigern Teil der Hippie-Bewegung waren.
Er hat bereits in Mexiko, Hawaii, Indonesien, Panama, Bolivien, Costa Rica und Peru gelebt und plant, jedes Land der Welt bereisen.
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"In meinem Projekt geht es um die Träume von Leuten, die vergessen haben zu träumen", schreibt Manolache. "Sie haben einen Moment in ihrem Leben erreicht, in dem sie kein Essen, kein Wasser und keinen Ort haben, um sich zu waschen." Aber verwirrt oder faul seien sie deswegen noch lange nicht.

Auf der Plattform Indiegogo hat der Fotograf eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Sein Ziel: genug Geld auftreiben, um die Fotos als Buch zu veröffentlichen – und ungewöhnliche Menschen aus einer ungewöhnlichen Perspektive zu zeigen.


Retro

Welcher Charakter aus "Alf" bist du?
Haha. Ich lach mich tot.

Du hast dir in deiner Kindheit gewünscht, dass er in eurer Garage gelandet wäre. Der behaarte, lustige und stets hungrige Gordon Shumway. Jetzt kannst du herausfinden, ob du Ähnlichkeit mit ihm besitzt. Oder doch eher zu den Tanners oder Ochmoneks gehörst.

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