Bild: Getty Images/Justin Sullivan
Der US-Präsident tritt erstmals mit Hillary Clinton auf – und zeigt, was ihr fehlt.

Barack Obama hat zum ersten Mal an der Seite von Hillary Clinton für sie als neue US-Präsidentin geworben. Bei einem gemeinsamen Auftritt in North Carolina lobte Obama Clinton für ihre Zuverlässigkeit und Kompetenz, gleichzeitig attackierte er Donald Trump mit diesen Worten:

"Selbst die Republikaner wissen nicht, worüber er redet."
Barack Obama über Donald Trump

Obama erinnerte mit seiner emotionalen Rede an den eigenen Wahlkampf. Donald Trump sei für ihn nur "the other guy", der auf keinen Fall Präsident werden dürfe.

"Bei Piloten und Chirurgen bestehen wir doch auch auf Ausbildung."
Barack Obama über Donald Trumps mangelnde Qualifikation für das Präsidentenamt

Obama führte sogar seine 15-jährige Tochter Sasha an, um zu verdeutlichen, für wie gefährlich er Trump hält.

Auch Sasha twittert, aber sie denkt nicht, dass sie deswegen Präsidentin werden sollte.
Barack Obama verpetzt seine Tochter – bisher ist ihr Twitter-Account nicht bekannt
Clintons großes Problem: Sie ist dröge

Mit seinem engagierten Auftritt versuchte Obama, Clinton Schützenhilfe im Wahlkampf zu leisten. Tatsächlich machte er ungewollt aber auch deutlich, was Clinton fehlt: Charisma. In ihrer Rede wiederholte sie vor allem ihr Wirtschaftsprogramm, unter anderem will sie die Studienkosten senken.

Obama hob immer wieder Hillarys Kompetenz hervor. Als Außenministerin habe sie tolle Arbeit geleistet. So leidenschaftlich wie Obama selbst ist Clinton aber nicht.

Schon während der Vorwahlen entfachte der 74-jährige Bernie Sanders eine regelrechte Euphorie unter jungen Amerikanern. Clinton blieb blass und gewann vor allem ältere Wähler. Auch die Sanders-Unterstützer muss Clinton aber nun begeistern und sie überzeugen, wählen zu gehen. Der direkte Vergleich mit dem mitreißenden Obama dürfte da nicht unbedingt geholfen haben.

Clintons großer Vorteil: Trump

Im Prinzip kann Hillary Clinton froh sein, dass ihr Gegner Donald Trump ist. Der Wahlkampf ist zwar schmutzig wie nie. Aber durch seine populistischen, teils fremdenfeindlichen Schimpftiraden hat Donald Trump sich bei vielen gemäßigten Wählern so unbeliebt gemacht, dass sie ihn kaum werden wählen können. Eine echte Alternative zu Clinton gibt es so für gemäßigte Wähler kaum. Auch deshalb führt Clinton in Umfragen deutlich.

Am gefährlichsten dürfte für Clinton die schon seit Jahren schwelende E-Mail-Affäre werden. Kurz vor ihrem Auftritt mit Barack Obama hatte das FBI bekannt gegeben, dass Clinton als Außenministerin streng geheime dienstliche E-Mails über einen privaten Server verschickt hatte. FBI-Chef James Comey nannte das "extrem unvorsichtig". Angeklagt werde sie dafür aber nicht.

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