Bild: dpa / Waltraud Grubitzsch
Dafür soll es keine Studienplatzvergabe über Wartesemester mehr geben.

Über das Numerus Clausus-Verfahren für angehende Mediziner wird seit Monaten debattiert. Zuletzt hat das Bundesverfassungsgericht entschieden: Das bisherige Aufnahmeverfahren ist in Teilen verfassungswidrig. (bento

Denn: Die noch gültige NC-Regelung verhindert, dass jeder Medizin-Studienbewerber die gleiche Chance auf einen Platz an der Uni hat. 

Das soll sich bis zum Jahr 2020 verbessern.

Die Kultusministerien in Deutschland arbeiten am sogenannten "Masterplan 2020", zu dem unter anderem auch die Reform des NC-Auswahlverfahrens gehört.

Diese Eckpunkte wurden bisher festgehalten:

  • Es könnte bald eine Talentquote für Medizinanwärter geben. So könnten Bewerber mit besonderer Eignung unabhängig von ihrer Note zum Medizinstudium zugelassen werden. Entscheiden könnte hier beispielsweise deren Berufserfahrung oder ein Einstellungstest.
  • Dafür werden Wartesemester in Zukunft nicht mehr berücksichtigt. 20 Prozent der Medizinstudenten konnten bis dato versuchen, über die Wartezeit zugelassen zu werden.
  • Die hochschuleigenen Auswahlverfahren bleiben, genauso wie die Zulassung nach der besten Abiturnote. Letztere soll aber vergleichbar gemacht werden, indem der Zensurenschnitt deutschlandweit vereinheitlicht wird.
  • Neben der Abi-Note soll es ein zweites Kriterium geben, beispielsweise ein Auswahlgespräch oder ein weiterer Test. 
  • Wie die Zulassungskriterien gewichtet werden, ist bislang noch unklar. (Zeit)

Frank Wissing, Generalsekretär des Medizischen Fakultätentages, macht Medizinanwärtern trotzdem wenig Hoffnung. Trotz der Reform müssen sich laut Wissing jährlich zehntausende Bewerber darauf einstellen, keinen Medizin-Studienplatz zu bekommen: Aktuell gebe es 11.000 Zulassungen und 55.000 Bewerber. Nach der Reform werde die Bewerberzahl weiter ansteigen, weil sich auch Studieninteressierte mit schlechterem Abi-Schnitt für Medizin bewerben werden. (Handelsblatt)

Daran, dass wir gute Bewerber abweisen müssen, wird sich leider nichts ändern.

Die Änderungen des NC-Verfahrens könnten sich auch auf andere Fächer auswirken. 

Nicht nur Medizinplätze sind begehrt: Auch Studienanwärter für Fächer wie Psychologie oder Medienwissenschaften haben mit der 1,0 als Eintrittshürde zu kämpfen. Ob das veränderte Auswahlverfahren hier übernommen wird, ist noch unklar.

Was wird sich noch ändern?

Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat vorgeschlagen, dass es zukünftig einen Nationalen Bildungsrat geben könnte – mit Experten der Wissenschaft, Personen des öffentlichen Lebens und Praxiserfahrenen.

Der Nationale Bildungsrat soll laut Karliczek die deutschlandweite Gestaltung der Bildung einfacher machen. Ein Ziel könnte es sein, dass das Abitur überall den gleichen Wert hat.

Ihr Vorstoß sorgte für Kritik: So warf beispielsweise Hamburgs Bildungssenator Thies Rabe Karliczek vor, mit dem Nationalen Bildungsrat eine bürokratische Nebenregierung zu schaffen. (SPIEGEL ONLINE)

Bis Ende 2019 hat die Kultusministerkonferenz Zeit, dass Aufnahmeverfahren für Mediziner in Form eines Staatsvertrages zu reformieren. Feste Beschlüsse gibt es noch nicht, auf Anfrage sagte ein Sprecher, man berate über das weitere Vorgehen. (Handelsblatt)


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