Bild: bento
Jemand hat einen dreisten Fake ins Netz gestellt

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen soll angeblich bei Straftaten von Flüchtlingen nicht so genau hinschauen und diese vertuschen. So steht es in einem Papier, das seit Dienstagabend im Netz kursiert. Zu sehen ist ein dreiseitiges Schreiben, das zunächst täuschend echt aussieht. Unterschrieben ist die Verordnung angeblich vom NRW-Innenminister Herbert Reul.

Das Schreiben wurde auf rechten Facebook-Seiten und auf Twitter geteilt.

Allerdings ist es ein Fake. 

Die Fälschung wirkt authentisch – und zielt genau auf die Vermutungen rechte Verschwörer ab. 

  • In der angeblich bis Ende Oktober geltenden Verordnung fand sich etwa die Anweisung, Polizeiprotokolle mit Bleistift auszufüllen, damit sie später noch korrigiert werden können. 
  • Verbrechen von "Flüchtlingen, Asylbewerbern oder Menschen mit Migrationshintergrund" sollten gar nicht erst registriert werden. 
  • Beamte, die das nicht beachten, riskieren eine "strenge Rüge mit Verwarnung und sogar Dienstentlassung“.

Viele AfD-Anhänger teilten das Fake-Dokument, unter anderem die ehemalige CDU-Mitglied Erika Steinbach. Sie verbreitete erst das Schreiben und schrieb: "Sollte das zutreffen, wäre es ein Verbrechen am Rechtsstaat." Dann löschte sie es wieder. In einem späteren Tweet nahm sie das zurück und gab zu, es "soll" sich um eine Fälschung handeln.

Auch Journalisten fielen darauf herein. Der rechtspopulistische Autor Matthias Mattusek hatte das Fake-Schreiben am Dienstagabend erst auf Facebook geteilt, dann rasch wieder gelöscht. Am Mittwoch entschuldigte er sich für die Aktion – das Schreiben habe "authentisch" gewirkt.

Wieso ist das Dokument eine Fälschung?
1. Der NRW-Innenminister Herbert Reul hat sich noch in der Nacht zum Mittwoch geäußert.

Das Dokument in seinem Namen sei "eine dreiste Fälschung":

2. Die Upload-Seite wirkt verdächtig.

Das Dokument wurde auf homment.com hochgeladen, ein soziales Netzwerk, auf dem jeder anonym Dokumente einstellen kann. Die Seite ist auf Michael Mross registriert, einem Verschwörungstheoretiker (SPIEGEL ONLINE).

3. Im Schreiben sind einige schlampige Fehler.

Das Dokument sieht auf den ersten Blick zwar echt aus, hat aber im Fließtext gravierende Fehler. Manche sind formaler Natur, andere sind dilettantisch. 

  • Zum Beispiel wird der Tatbestand "Üble Nachrede" als "Übliche Nachrede" bezeichnet.
  • Bei einer anderen Formulierung wird die Schlägerei zur "Schlagerei".
  • Und der angebliche Kölner Polizist, der das Dokument geleakt haben will, schreibt, er sei bei der "Kölnischen Polizei". Das klingt zumindest seltsam. Echte Kölner würden wohl eher von der Kölner Polizei schreiben. 
Warum ist das wichtig?

Die Fälschung ist professionell gestaltet – so gut, dass ihr viele blind vertrauten und sie dutzendfach im Netz teilten. Das ist gefährlich, denn es soll das Vertrauen in den Rechtsstaat gezielt untergraben – und noch mehr Angst bei denen schüren, die ohnehin schon überall Verschwörungen vermuten. 

Das Dokument ist der bislang deutlichste Fake im Bundestagswahlkampf.


Haha

Dieser Instagram-Account sammelt die verrücktesten Ebay-Fundstücke

Eine Banane für 1000 Euro? Oder eine Prada-Büroklammer? Brauchst du alles nicht? Egal – der Instagram-Account ebaybae sammelt die absurdesten Funde auf Ebay.

Was du hier findest, reicht von extrem teuren Designer-Produkten bishin zu jemandem, der sich für 10.000 Dollar das Logo einer Firma tätowieren lassen würde. Verantwortlich für diesen Account ist Tae In Ahn. Sie arbeitet eigentlich im Metropolitan Museum of Art in New York. Dort entwirft sie Behälter für Kunstsammlungen.