Polizisten haben die rechte Vereinigung hochgenommen.

Die Homepage sieht zunächst aus wie der etwas unbeholfene Auftritt eines Wandervereins. Vom Harz ist da die Rede, schöne Bilder von nebeligen Seen werden gezeigt. 

Aber dann tauchen da Sätze über die Selbsterhaltung des Volkes und über den "germanischen Geist" auf. In einer Rubrik "Kampfgeist" wird "eine deutsche Führung im eigenen Land ohne fremden Geist" gefordert. 

Die Homepage gehört zu den "Nordadlern", einer mutmaßlichen rechtsterroristischen Vereinigung. Sie will dem Nationalsozialismus zu neuer Größe verhelfen. 

Beamte eines Spezialeinsatzkommandos haben diese Woche die Wohnungen der Männer durchsucht, die hinter den "Nordadlern" stecken sollen. Denn: Es blieb bei den "Nordadlern" nicht nur bei heimatfühligen Bildern und radikalen Sprüchen. (NDR)

Was bisher über die "Nordadler" bekannt ist:

1.

Wer sind die "Nordadler"?

Zur Gruppe sollen vier Männern gehören: 

  • Patrick Sch. aus Appen (Schleswig-Holstein)
  • Marco A. aus Dörpen (Niedersachsen)
  • Brian W. aus dem Bremer Stadtteil Blumenthal 
  • Wladislav S. aus Katlenburg-Lindau (Niedersachsen)

S. gilt als Ansprechpartner der Vereinigung, er steht auch im Impressum des Webauftritts. Im Internet gibt die Gruppe offen Auskunft über ihre Ziele. Unter anderem wollen sie dafür Sorge tragen, dass "sich unser Volk von selbst erhält und nicht an Degenerationserscheinungen stirbt" und spricht vom "rassischen Erwachen der Völker".

So präsentieren sich die Nordadler im Netz:

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2.

Was soll die Gruppe geplant haben?

Wie in den Akten der Polizei zu lesen ist, haben sich die "Nordadler"-Mitglieder über den Nachrichten-Dienst "Telegram" über Waffen und mögliche Anschlagsziele ausgetauscht. 

Außerdem sollen sie bereits Listen angelegt haben mit Namen und persönlichen Daten von Antifaschisten und Politikern. Sie sollten bei einem Zusammenbruch der Bundesrepublik zur "Rechenschaft" gezogen werden.

Sogar von einer "nationalsozialistischen Siedlung" ist bei der Gruppe die Rede. Dazu sollen in Mackenrode (Thüringen) mehrere Häuser gekauft worden sein. Wladislav S. sagt im Interview in der NDR-Sendung "Panorama 3", dass die Immobilien erstanden worden seien, um einen Rückzugsort für die Vereinigung zu schaffen.  

3.

Was sagt die Gruppe?

Im NDR sprach der 22-jährige Verdächtige Wladislav S. über die Razzia. Und findet das alles nicht so schlimm:

  • S. gibt offen zu Nationalsozialist zu sein.
  • Die Vereinigung habe die Website "Nordadler" gegründet, um sich auf einen "Umbruch" vorzubereiten.
  • Er nennt die Vereinigung eine Interessengemeinschaft des Nationalsozialismus.
  • Den Vorwurf einer terroristischen Vereinigung beschreibt er als "lächerlich", die ideologischen Ausrichtung der Gruppe verheimlicht er aber nicht. 
  • S. gibt zu, dass er 2017 festgenommen wurde, da er in Kontakt zum Ex-Neonazi und IS-Sympathisant Sascha S. stand. Dieser hatte einen Anschlag auf Polizisten geplant.
(Bild: Screenshot: NDR)

4.

Wie gefährlich ist die Vereinigung wirklich?

Das können Ermittler noch nicht sagen. In den Wohnungen wurden Computer beschlagnahmt, aber keine Waffen gefunden. Eine Erkenntnis darüber, wie gefährlich die "Nordadler" wirklich sind, erhofft sich die Bundesanwaltschaft nun aus der Auswertung der Datenträger. Eingegriffen werden sollte in jeden Fall, bevor die Gruppierung tätig werden konnte. 


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