Bild: Ninia LaGrande
Ninia LaGrande heißt eigentlich Ninia Binias. Die kleinwüchsige Feministin ist ein Multitalent: RTL-Moderatorin, Bloggerin und Poetry-Slammerin. Ninia ist Jahrgang 1983 und lebt in Hannover. @NiniaLaGrande auf Twitter. Hier antwortet sie auf Kommentare:
"Selten so etwas Dummes gelesen! Hätten Sie jemals mit Behinderten zusammen gearbeitet, wüssten Sie, dass es genau diese Einstellung ist, die diesen Menschen zu schaffen macht. Menschen mit einer Behinderung lernen schnell mit ihren Defiziten umzugehen (...) Ich habe lange mit geistig, sowie körperlich behinderten Menschen zusammengearbeitet. Keiner meiner Clienten hätte eine Sekunde gezögert, dürften Sie mit Miley Cyrus auf der Bühne stehen. Im Gegenteil, z.T. sind das richtig kleine Rampensäue."

Ninia: Miley Cyrus trat bei "Schlag den Raab“ auf und eine Band aus kleinwüchsigen Darstellerin bildete die Bühnenschau – ohne die Instrumente selbst zu spielen. Ich schrieb einen offenen Brief, in dem ich mich über die offensichtliche Zurschaustellung der kleinwüchsigen Darsteller_innen beschwerte. Denn: Ohne diese Behinderung wären sie ja niemals als Band mit Miley aufgetreten. Es hatte für mich etwas vom Zirkus im 19. Jahrhundert. Das passte einigen Leser_innen nicht so richtig. Allerdings hat er in seiner Kritik nicht einmal gecheckt, dass ich selbst kleinwüchsig bin und mich seit Jahren für Inklusion einsetze. Ich arbeite nicht nur mit "Behinderten“ zusammen, sondern bin sogar mit Ihnen befreundet – abgefahren!

Allein, dass er vom Umgang mit Menschen mit Behinderung beeindruckt und tief geprägt ist, sorgt dafür, dass mir ein bisschen Kotze hoch kommt.

"Richtig kleine Rampensäue“ sind seine Klienten also. Alle. Weil man die nämlich wie alle Menschen so schön über einen Kamm scheren kann.

"Du hast offensichtlich nen psychisches Problem und Schuld hat der Mann. Das ist kein Sexismus, sondern das abfeiern von Vorurteilen. Dir würde eine Therapie helfen, keine Debatte über Sexismus."

Ninia: Ach, was soll ich dazu noch sagen? Kommentare, so wie diesen hier, veröffentliche ich alleine schon, um zu zeigen, was für einen Blödsinn ich manchmal geschickt bekomme. Ich würde diesen Menschen gerne mal fragen, was denn "wirklich sexistische Probleme" sind. Ich unterscheide bei sexistischer Kackscheiße nämlich nicht zwischen "wirklich" und unwirklich.

Die beste Strategie?

Ninia: Alle Kommentare, die unter die Gürtellinie gehen oder sehr beleidigend sind, stelle ich gar nicht erst online. Mein Blog = meine Spielwiese.

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