Bild: Moises Castillo/AP/dpa

Was ist passiert?

Bei den Protesten gegen Nicaraguas Staatspräsidenten Daniel Ortega ist am Freitag mindestens ein Student ums Leben gekommen. In der Hauptstadt Managua sollen bewaffnete Truppen der Polizei und regierungsnahe Aktivisten eine von 80 Studierenden besetzte Universität angegriffen haben. Dabei wurde ein 18-Jähriger durch Schüsse tödlich verletzt.

Das bestätigte Víctor Cuadras, Sprecher der studentischen Protestbewegung Movimiento Estudiantil 19 de Abril (M19A) der Deutschen Presse-Agentur. Der 18-Jährige habe sich auf dem Campus der Universität befunden, als Bewaffnete aus einem Transporter heraus auf ihn geschossen hätten. Bei dem Angriff sollen außerdem mindestens elf Menschen verletzt worden sein. Nach Angaben des Sprechers wurde auch eine weitere Universität im Süden Managuas von Bewaffneten angegriffen.

Die Studierenden vermuten, dass Polizei und Paramilitärs für den tödlichen Angriff verantwortlich sind. Wie Augenzeugen berichteten, sollen zuvor Hunderte Anwohner versucht haben, mit Autos eine Mauer um das Universitätsgebäude zu bilden, um Polizisten die Zufahrt zum Gelände zu versperren

Warum ist das wichtig?

Mit der Besetzung der Unis wollen die Studentinnen und Studenten den Druck auf Staatspräsident Ortega erhöhen und ihn zum Rücktritt bewegen. 

Die Proteste gegen ihn hatten sich an angekündigten Sozialreformen entzündet. Diese hat die Regierung mittlerweile zwar zurückgezogen – aber die Menschen gehen weiter auf die Straße, werfen dem Regime Korruption und schlechtes Haushalten vor. 

Seit Beginn der Proteste sind nach Angaben von Menschenrechtlern schon mehr als 60 Menschen ums Leben gekommen, mindestens die Hälfte davon waren Studentinnen und Studenten. Nur wenige Stunden vor dem Angriff auf die Universität hatte die Vizepräsidentin und Ortegas Ehefrau Rosario Murillo angekündigt, dass die Regierung für einen nationalen Dialog mit zivilen Organisationen bereit sei. 

So protestieren die Menschen in Nicaragua:

1/12

Wie geht es jetzt weiter?

Eine Einigung ist für Studentensprecher Cuadras jedoch nicht in Sicht: "Diese Angriffe zeigen, dass die Regierung keinen Dialog will", sagte er zu den Äußerungen der Vizepräsidentin. Bereits vor einer Woche hatte es einen Angriff auf die gleiche Universität gegeben, bei dem sechs Studierende verletzt worden sein sollen.

Mit Material von dpa


Tech

Böhmermanns Schwarze Liste: Wer blockt hier eigentlich wen?
Wir blocken uns die Welt, wie sie uns gefällt.

Die Idee wirkt sympathisch: Wir tun uns alle zusammen und flauschen die rechten Hater aus dem Internet. Damit es nicht ganz so schwer ist, blockieren wir die schlimmsten rechten Trolle schon mal auf Twitter – weniger Geschrei, mehr Liebe.

Das ist in etwa die Idee von Jan Böhmermanns #ReconquistaInternet, seine Antwort auf einen kleinen Club rechter Twitter-Trolle, die als "Reconquista Germanica" rumnerven, beleidigen, hetzen oder drohen.

Der Kampf begann am 1. Mai. Kurz vor Mitternacht gab Böhmermann seinen zwei Millionen Followern das Kommando: Zwei Listen mit rund 1500 "rechten Trollen" runterladen, weiterverbreiten und diese bei Twitter blockieren.