4 Dinge, die du darüber wissen solltest

Jede vierte Frau hat laut der Polizeilichen Kriminalstatistik mindestens ein Mal in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Gewalt durch ihren Partner oder ihre Partnerin erlebt. Die Dunkelziffer könnte noch höher sein. 

In Neuseeland wurde nun ein Gesetz beschlossen, das Opfern von häuslicher Gewalt zehn Tagen bezahlten Urlaub gibt. Am 1. April 2019 soll es in Kraft treten. 

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Was soll das Gesetz bewirken?

  • Opfer häuslicher Gewalt sollen jährlich bis zu zehn Tage bezahlten Urlaub nehmen können. Dieser Urlaub soll unabhängig vom regulären Urlaub gewährt werden. (nzherald)
  • Für Arbeitgeberinnen und Arbeitegeber soll es eine Richtlinie geben, wie sie mit Personen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, am Arbeitsplatz umgehen sollen.
  • Flexible Arbeitszeitmodelle sollen für Opfer ermöglicht werden. Sie können für einen Wechsel des Arbeitsortes, die Änderung der E-Mail-Adresse oder die Entfernung von Kontaktdaten von der Firmenwebsite genutzt werden – als Schutz vor Drohanrufen oder Stalking.

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Warum tut sich gerade in Neuseeland so viel?

Neuseeland hat demnach im Vergleich zu anderen Industrieländern eine der höchsten Raten häuslicher Gewalt

Im vergangenen Jahr berichtete der "New Zealand Herald", dass in keinem anderen entwickelten Land im Verhältnis zur Einwohnerzahl so viele Fälle häuslicher Gewalt gemeldet würden.

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Wie sieht die Situation in Deutschland aus?

Bianca Biwer ist Bundesgeschäftsführerin beim Weißen Ring, der Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer: Sie hat mit bento darüber gesprochen.

(Bild: Matthias Haslauer)

Frau Biwer, welchen Schutz erfahren Opfer in Deutschland?

Grundsätzlich hat Deutschland mit seinem Gewaltschutzgesetz bereits viel richtig gemacht, um Opfer von Gewalt, massiven Bedrohungen und Nachstellungen besser zu schützen. So kann ein Gericht auf Antrag des Opfers sogenannte Schutzanordnungen wie beispielsweise ein Aufenthalts-, Kontakt- oder auch Näherungsverbot erlassen. Sie sollen das Opfer vor weiteren Konfrontationen mit dem Täter bewahren. 

Das Gewaltschutzgesetz ist dabei nicht nur auf den familiären Bereich beschränkt, sondern kann auch bei fremden Tätern angewandt werden. In der Praxis liegt der Hauptanwendungsbereich aber bei häuslicher Gewalt.

Denken Sie, dieser Schutz ist ausreichend?

Dass der Rahmen des Gewaltschutzgesetzes noch nicht ganz ausreicht, zeigt unsere praktische Arbeit immer wieder. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind und beim "Weißen Ring" Hilfe bekommen haben, gestiegen. Elektronische Fußfesseln für Gewalttäter beispielsweise, die gegen das Gewaltschutzgesetz verstoßen haben, könnten da eine sinnvolle Ergänzung sein – und im Extremfall sogar Leben retten. 

Denn sie alarmiert die Polizei, wenn sich etwa ein gewalttätiger Ex-Mann nicht darum schert, dass er sich seiner früheren Partnerin – sogar gerichtlich angeordnet – nicht mehr nähern darf. Sie hilft dabei, dass die Beamten rechtzeitig eintreffen, um den Täter zu stoppen und das Opfer zu schützen. Es wäre an der Zeit, dass der Gesetzgeber das sieht und den rechtlichen Rahmen dafür schafft, die elektronische Fußfessel in dieser Art und Weise zuzulassen.

Glauben Sie, dass Deutschland auch eines Tages so weit sein könnte, ein Gesetz wie in Neuseeland einzuführen?

Im Moment sind uns keine Bestrebungen seitens des Gesetzgebers bekannt. Von uns aus ist jedoch jede neue Regelung, die Opfern von Kriminalität im Allgemeinen und denen von häuslicher Gewalt im Speziellen helfe könnte, begrüßenswert.

Hilft es Opfern, zehn Tage freinehmen zu können?

Das ist pauschal kaum zu beantworten. Eins muss klar sein: Häusliche Gewalt passiert immer wieder, oft über einen langen Zeitraum hinweg. Dabei greift Gewalt, die Opfer durch geliebte Personen erleiden, nicht nur den Körper an, sondern frisst die Seele auf und bricht Persönlichkeiten. Was Opfer daher noch dringender als Urlaub brauchen, ist psychologische Betreuung und Schutz durch die Polizei.

Ein Urlaub in einer akuten Phase kann jedoch insofern sinnvoll und Unterstützung sein – dass Opfer sich sortieren, Maßnahmen überlegen, vielleicht ihren Umzug planen oder wenigstens Kontakt zu Hilfsorganisationen wie dem "Weißen Ring" aufnehmen können. Das eigentliche Problem kann aber durch Gewährung von arbeitsfreier Zeit nicht gelöst werden.

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Was du tun kannst, wenn du selbst Opfer häuslicher Gewalt bist

  • Neben der Polizei können Frauen sich bei Frauenberatungsstellen oder Frauenhäusern melden. 
  • Beim Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" können sich Betroffene unter der Rufnummer 08000 116 016  an 365 Tagen rund um die Uhr anonym und kostenlos beraten lassen. Mit Hilfe von Dolmetscherinnen ist eine Beratung in vielen Sprachen möglich. 
  • Eine Übersicht über Beratungsstellen gibt es auf der Seite odabs.de.

Grün

An diesen Orten kannst du kostenlos deine Wasserflasche auffüllen
Wo es in Deutschland gratis Trinkwasser-Stationen gibt.

Bei der aktuellen Hitze ist das Wichtigste: trinken, trinken, trinken. Wer ans kaltgestellte Bier denkt – gemeint ist in diesem Fall vor allem Wasser.

Doch nicht immer ist man in der Nähe des heimischen Kühlschranks und wer ungern unterwegs ständig neue Plastikflaschen kauft, der hat es oft schwer. Denn öffentliche Trinkwasserstellen sind rar. 

Da schleicht man sich eher mal mit der mitgebrachten Flasche auf die Café-Toilette. Das fühlt sich allerdings meist etwas schäbig an. Außerdem muss man dort häufig etwas konsumieren, um überhaupt aufs Klo gehen zu dürfen. Also nicht gerade ideal. 

Eine Initiative ändert das nun. Die drei wichtigsten Fragen und Antworten zum Projekt.