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4 Fragen, 4 Antworten

Ein Auslandsaufenthalt ist teuer, selbst wenn man vor Ort arbeiten geht. Für den 21-jährigen Maximilian ist sein Job in Neuseeland zu einem extrem kostspieligen Unterfangen geworden, das auch seine Eltern finanziell in die Bredouille gebracht hat. 

Was hat Maximilian in Neuseeland angestellt?

Er hat in einer Fabrik gearbeitet, in der Milchpulver hergestellt wird. Als der Deutsche gefeuert wird, ist er darüber so sauer, dass er seinem Chef eine Nachricht schreibt: Er habe "ein kleines Geschenk" in der letzten Milchpulver-Produktion hinterlassen. (Stuff)

Eine Nachricht mit Folgen: Eine komplette, zum Export fertige Ladung Milchpulver wurde zurückgerufen und vernichtet. 

Das Unternehmen hatte so einen Schaden von 190.000 neuseeländischer Dollar (rund 110.000 Euro). 

Die Milchverarbeitungsbranche in Neuseeland wird voraussichtlich im Jahr 2018 einen Umsatz von rund 1,36 Milliarden US-Dollar machen. (Statista)

Welche Konsequenzen hatte Maximilians Nachricht außerdem?

Es geht noch weiter. Maximilian wurde verklagt und wegen 

  • Verbreitens falscher Informationen
  • Betriebsstörung
  • bedeutenden ökonomischen Schadens des Milchpulver-Produzenten

verurteilt. 40.000 NZ-Dollar des entstandenen Schadens sollte er außerdem zurückzahlen. Das sind umgerechnet rund 23.000 Euro.

Was hat die Familie des Deutschen damit zu tun?

Um die Schulden ihres Sohns zu begleichen, musste die Familie ihr Haus mit einer Hypothek belasten. Blöd nur, dass er die Hälfte des Geldes schon in der Zeit ausgegeben hatte, in der er auf sein Urteil wartete. Die übriggebliebenen 19.000 Dollar musste er innerhalb von vier Werktagen daraufhin einzahlen. (IOL News)

Auf reddit wird fröhlich darüber diskutiert:

Wie geht es jetzt weiter?

Das Urteil sei ein Eigentor für sich, so Laurie Murdoch, Anwältin von Maximilian. Der junge Mann darf beispielsweise nicht mehr nach Neuseeland einreisen. Derweil soll er in Deutschland wieder zu Bewerbungsgesprächen eingeladen worden sein.

Laut Richter Bill Hastings sei die Tat eine grobe Beleidigung gegenüber eines der meist geschätzten Exportgüter Neuseelands. Der Verurteilte sei zwar ein vernünftiger, junger Mann mit einem guten Weltverständnis, aber: 

Das war eine sehr teure Handynachricht.

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