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"Grausam, unmenschlich und erniedrigend"

Die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" fordert, Geflüchtete von der Pazifikinsel Nauru nach Australien zu bringen. Die Geflüchteten seien selbstmordgefährdet. Ihre Lage im Flüchtlingslager, wo sie oft kein richtiges Dach über dem Kopf haben, sei "aussichtslos".

Nauru liegt mitten im Pazifik, rund 3000 Kilometer von Australien entfernt. Auf der Insel leben rund 10.000 Menschen. 900 von ihnen sind Geflüchtete, darunter 115 Kinder. 

Christine Ruffler, Beth O'Connor und Paul McPhun von der Organisation Ärzte ohne Grenzen in Australien

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Laut "Ärzte ohne Grenzen" sind die meisten der Flüchtlinge bereits seit mehr als fünf Jahren auf der Insel, ohne Perspektive auf einen permanenten Aufenthaltsstatus. Damals begann Australien damit, Boote mit Flüchtlingen nicht mehr an Land zu lassen und Asylsuchende auf Nauru und Manus festzusetzen.

Was ist auf Nauru passiert?

Die Regierung Naurus forderte "Ärzte ohne Grenzen" vergangene Woche überraschend auf, die Insel innerhalb eines Tages zu verlassen. Die psychologische und psychatrische Hilfe der Ärzte-Organisation werde angeblich "nicht mehr benötigt". 

"Ärzte ohne Grenzen" widerspricht: Paul McPhun, Direktor der Organisation in Australien, sagte:

Fünf Jahre in einer unbestimmten Vorhölle haben zu einer radikalen Verschlechterung ihrer psychischen Gesundheit und ihres Wohlbefindens geführt.
Paul McPhun

Es sei "grausam, unmenschlich und erniedrigend" Familien zu trennen und Männer, Frauen und Kinder auf einer abgelegenen Insel ohne Hoffnung oder Schutz festzuhalten.

Ärzte behandeln vermehrt Suizidversuche.

In den vergangenen elf Monaten habe sie eine "beängstigende Anzahl von Suizidversuchen und Selbstverletzungen unter den Flüchtlingen" gesehen, sagte Beth O'Connor, eine der Psychiaterinnen vor Ort.

Protest gegen die Internierungslager auf Nauru und Manus: "Schließt die Todeslager jetzt"

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Auch im Auffanglager Moria auf Lesbos versuchen Geflüchtete, sich das Leben zu nehmen. Die Zahl der Behandlungen wegen schwerer psychischer Probleme habe dort im vergangenen Jahr zwischen April und Juni um 50 Prozent zugenommen. (bento)

Mit Material von dpa


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Griechenland verbietet schweren Menschen das Reiten auf Eseln
Drei Fragen und drei Antworten

Menschen, die mehr als 100 Kilogramm wiegen, dürfen in Griechenland künftig nicht mehr auf Eseln reiten. Das hat das griechische Landwirtschaftsministerium beschlossen. Tierschutzorganisationen hatten auf das Leid von Eseln Aufmerksam gemacht. (FAZ)

Wie lauten die Vorwürfe?

Tierschutzorganisationen wie "Help the Santorini Donkeys" und "Donkey Sanctuary" veröffentlichten Bilder von Eseln mit offenen Rückenverletzungen und kritisierten außerdem die Bedingungen, unter denen die Esel leben müssen. Die Esel bekämen beispielsweise zu wenig Wasser und müssten in der Sonne auf Touristinnen und Touristen warten.

Was sagt die Vorschrift?

  • Die Tiere müssen in einem guten gesundheitlichen Zustand sein, um als Arbeitstiere eingesetzt werden zu dürfen.
  • Sie müssen regelmäßig gefüttert werden und trinken.
  • Außerdem dürfen sie nicht mit "übermäßigem Gewicht belastet" werden. Demnach darf die "100 Kilogramm oder ein Fünftel des Körpergewichts nicht übersteigen."

Wie Reagieren die Tierschutzorganisationen?

June Corbett Newby von "Help the Santorini Donkeys" sei erfreut über die Entscheidung, befürchte allerdings, dass man die Richtlinie nicht umsetzen werde, da es der Polizei egal sei, wie es den Tieren gehe und "auf den Inseln" Recht "nicht umgesetzt" werden. Es sei dennoch wichtig, Touristen darauf aufmerksam zu machen.