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Weil sie sich an einem Protesttag gegen Trumps Einwanderungspolitik beteiligten, haben in den USA mindestens hundert Menschen ihren Job verloren. Das berichten zahlreiche Medien (Mic). Bei den Protesten in der vergangenen Woche legten Tausende Menschen ihre Arbeit nieder, um zu zeigen, wie wichtig Migranten für die Vereinigten Staaten sind. Zahlreiche Geschäfte blieben am "Day without Immigrants" aus Solidarität ebenfalls geschlossen.

Wo wurden Menschen entlassen?

Die bekanntgewordenen Kündigungen verteilen sich auf das gesamte Land. Meist arbeiteten die Betroffenen bei kleineren oder mittelständischen Unternehmen. Laut den Berichten empörter Kunden gab es zudem zahlreiche Kündigungen in Restaurants und Bars – hier arbeiten in den USA traditionell viele Einwanderer.

Eine unvollständige Übersicht:

  • In Oklahoma wurden 12 Mitarbeiter eines Restaurants gefeuert
  • In Colorado verloren offenbar auf einen Schlag 30 Maurer und Steinmetze ihren Job
  • In South Carolina sollen 21 Angestellte einer Bootsbaufirma entlassen worden sein (BBC)
  • In Tennessee wurden 20 Mitarbeiter einer Malerfirma gefeuert, obwohl sie angekündigt hatten, die ausgefallenen Stunden am Sonntag nachzuarbeiten (SPIEGEL ONLINE)
Warum wurden die Menschen gefeuert?

Die meisten Unternehmen betonen, dass die Entlassungen nichts mit der Teilnahme Protesttag zu tun hätten. Vielmehr gehe es um das unentschuldigte Fernbleiben von der Arbeit. Juristisch eine stichhaltige Begründung. Angesichts der großen Bedeutung des Themas kritisieren aber zahlreiche Aktivisten, dass die Unternehmen keine gemeinsame Lösung gesucht hätten. Oft wurde mehr als ein Dutzend Mitarbeiter auf einmal gefeuert.

So unterschiedlich sind die Reaktionen

Nach dem Bekanntwerden der Entlassungen, riefen viele Nutzer auf Twitter zum Boykott der Unternehmen auf. Es gibt inzwischen mehrere Listen, die entsprechende Geschäfte sammeln. Betroffene Unternehmen erhalten seit dem Aktionstag auf ihrer Facebook-Seite Hunderte 1-Stern-Bewertungen.

Gleichzeitig gab es aber auch eine Gegenbewegung: Zahlreiche Trump-Fans kündigten an, jetzt erst recht bei Unternehmen einzukaufen, die hart gegen Migranten durchgreifen.

RIGHT ON!!!! YOU HAVE A POLICY...PEOPLE NEED TO FOLLOW THE RULES AS EVERYONE ELSE!!!! IF I LIVED THERE....ID EAT 3 MEALS A DAY!!!

Posted by Jill Marie Sharlow on Tuesday, February 21, 2017

Good on ya. Wish I lived closer. I'd definitely eat there. As it is I'll tell my friends in OK to patronize your business. Send em all back across the border.

Posted by Chuck Finley on Tuesday, February 21, 2017

Die Vereinigten Staaten bleiben offensichtlich auch einen Monat nach Trumps Amtseinführung ein Land, das tief gespalten ist.

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Wichsen, lügen, fremdschämen – so ist die neue Serie "Jerks" mit Christian Ulmen
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Deutsche Comedy-Serien haben meistens ein Problem: Sie sind nicht witzig. Nur nicht weh tun, bloß nicht anecken – möglichst mainstreamig, damit auch ja alle einschalten. Aber dieses tiefe Tal der Traurigkeit hat jetzt ein Ende: Christian Ulmen hat eine Serie gemacht: Jerks.

Dabei macht Ulmen das Gegenteil: Er eckt ständig an, balanciert grundsätzlich zwei Meter über der Grenze des guten Geschmacks – und löst beim Zuschauer so einen hohen Grad an Fremdscham aus. Der einzige Ausweg: lachen.

Das ist der Trailer zu "Jerks":