Bild: Imago/ Montage: bento
#dankefürnichts

Wenn du die Liebe deiner Mutter zu dir auf die Probe stellen möchtest, kannst du ihr jetzt bei Lidl ein Geschenk zum Muttertag kaufen. Im Angebot: Bügeleisen, Saugroboter, Nähmaschine, Kochbox. Also alles, was sich die moderne Frau von heute wünscht. Nicht.

(Bild: Giphy )

Angepriesen werden die Küchen- und Haushaltsgeräte im aktuellen hellblau-pinken Angebotsheft. Besondere Hingucker: die Sticker zur individuellen Gestaltung der Nähmaschine und die 40 Prozent Rabatt beim Kochset. 

Bei Twitter regen sich darüber einige Nutzerinnen und Nutzer zurecht auf und fragen sich: Was soll das Ganze? Der Stereotyp der Mutter als begeisterte Hausfrau gehört in eine Serie wie Mad Men, aber doch nicht in einen Lidl-Katalog?

Danke für nichts:

Wir könnten alle Mütter verstehen, die diese Geschenke nicht entgegen nehmen. 

Top, die Wette gilt:

Am 13. Mai kannst du entscheiden: Enttäuschte Gesichter oder eine glückliche Mama. 

Bei Lidl selbst heißt es nur:

Im Rahmen unserer wechselnden Aktionswochen greifen wir – wie alle Händler – saisonale Anlässe oder Feiertage in unseren Marketingmaßnahmen auf. Dabei bieten wir spezielle Aktionsprodukte an oder reduzieren ausgewählte Produkte für einen begrenzten Zeitraum teilweise deutlich im Preis, was bei unseren Kunden immer sehr gut ankommt. Wir bedauern, wenn wir mit den aktuellen Aktionsangeboten bei einigen Kunden für Unmut sorgen und nehmen das Feedback sehr ernst.

Immer wieder versuchen Unternehmen mit Geschlechterklischees und Stereotypen zu spielen – einige wie Lidl denken dabei in veralteten Rollen, andere setzen sie bewusst für das Thema Gleichberechtigung ein. Nicht immer gelingt das. 

Zuletzt hatte der österreichische Drogeriemarkt Bipa zum Weltfrauentag mit Putz- und Waschmitteln geworben. Dazu ist ein grinsender Mann zu sehen, der Schwamm und Putzmittel hochhält – neben dem Spruch "Ich pack im Haushalt mit an!"

In den sozialen Netzwerken hielten viele die Aktion für doppelt misslungen: Ausgerechnet Putzmittel werden rabattiert, warum nicht wenigstens Massageöle? Und Männer packen im Haushalt "mit an", sollte das nicht längst selbstverständlich sein? (bento)

In Deutschland benannte sich die Drogeriekette Rossmann gleich ganz in Rossfrau um. In der Kampagne ging es dann aber trotzdem um weibliche Klischees. Die Frauen waren "Naschkatzen", "Beauty Queens", "Prinzessinnen" und "Diven". (bento)

Werbeaktionen, die gelungen das Thema Gleichberechtigung umsetzen, gibt es wenige. 

Den richtigen Ton zu treffen ist schwierig. Das Werbung mit Geschlechterrollen aber auch gelingen kann, zeigt der Verein "Pinkstinks". Die Aktivisten setzen sich gegen Sexismus und Klischees in der Werbung ein. Zuletzt haben sie einen Preis für Werbung vergeben, die moderne Geschlechterrollen hervorhebt.


Today

Typen haben sich beim U-Bahn-Surfen in Berlin gefilmt
Auf der Strecke ist schon ein Surfer gestorben.

Eine U-Bahn fährt ein. Mehrere maskierte Typen klettern auf der vom Bahnsteig abgewandten Seite eilig auf die Bahn. Als sie wieder beschleunigt, drücken sie sich flach auf das gelbe Dach. 

Dann folgen: waghalsige Aktionen auf der fahrenden U-Bahn, Sprünge in einen Fluss, dramatische Szenen. Die Bilder gehören zu einem Video der "Berlin Kidz", einer Gruppe junger U-Bahn-Surfer. Auf Facebook wird das Video gerade tausendfach geteilt – und hat dort eine kleine Debatte ausgelöst. 

In zahlreichen Kommentaren wird darüber diskutiert, ob die Aktion cool oder einfach nur bescheuert ist. Junge U-Bahn-Surfer schweben in Lebensgefahr – und die Kamera hält drauf.