Bild: Federico Gambarini/ dpa
Was ist passiert?

Der Präsident des Zentralkomitees der Katholiken, Thomas Sternberg, hätte nichts gegen einen muslimischen Feiertag – im Gegenteil: "In einer multireligiösen Gesellschaft kann in Gegenden mit hohem Anteil an frommen Muslimen ein islamischer Feiertag hinzukommen, ohne dass die christliche Tradition unseres Landes verraten würde – das geschieht viel eher in der Umgestaltung des Nikolaus zum Weihnachtsmann", sagte er der "Passauer Neuen Presse".

Christliche Traditionen sehe er dadurch nicht gefährdet. Wo es einen nennenswerten Anteil an Muslimen gebe, solle man auch deren Festkultur zur Kenntnis nehmen. 

Warum ist das wichtig?

Ausgelöst hatte die Debatte CDU-Innenminister Thomas de Mazière kurz vor der Landtagswahl in Niedersachsen. Bei einem Wahlkampfauftritt sprach er davon, dass man darüber reden könne, einen muslimischen Feiertag einzuführen. Schließlich gebe es Allerheiligen auch nur dort, wo viele Katholiken leben. (Merkur

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, ist der Meinung, dass ein muslimischer Feiertag durchaus integrationsfördernd wirken könne. Islam-Expertin Lamya Kaddor dagegen sprach von "Symbolpolitik". (Zeit)

Was sagen Partei- und Unionskollegen dazu?
(Bild: Oliver Hoslet / dpa)

Innerhalb der eigenen Partei wurde de Mazière für seinen Vorschlag scharf kritisiert. So sagte Alexander Dobrindt (CSU): "Islam-Feiertage in Deutschland einzuführen kommt für uns nicht in Frage." (Bild) Der CSU-Vizevorsitzende Manfred Weber stellte fest: "Feiertage stehen vor allem für die religiöse Prägung eines Landes und nicht für einzelne Bevölkerungsgruppen." (Merkur)

De Mazière machte daraufhin deutlich, dass er nicht an der christlich geprägten Feiertagskultur habe rütteln wollen. Die deutschen Feiertage seien aus seiner Sicht christlich geprägt und das solle auch so bleiben. (Merkur)

Wie steht Deutschland zu einem muslimischen Feiertag?
(Bild: Rainer Jensen / dpa)

Eine Insa-Umfrage im Auftrag der "Bild" kommt hier zu einem eindeutigen Ergebnis: Sieben von zehn Befragten würden die Idee ablehnen. Nur jeder 13. Bundesbürger befürworte eine Einführung gesetzlicher islamischer Feiertage in Deutschland.  (Welt)

Warum unser Autor denkt, dass ein muslimischer Feiertag gut für Deutschland ist:


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