Bild: Imago
Und ganz im Interesse der CDU.

Innenminister Thomas de Maizière hat eine Idee, die für einen CDU-Politiker eher unüblich ist: 

Deutschland soll muslimische Feiertage einführen.

Bei einer Wahlkampfveranstaltung für die Landtagswahl in Niedersachsen, sagte er, in bestimmten Regionen Deutschlands könnten solche Tage eingeführt werden. Allerheiligen sei auch nur dort Feiertag, wo viele Katholiken lebten, erklärte er. (SPIEGEL ONLINE)

Wo es viele Muslime gibt, warum kann man nicht auch mal über einen muslimischen Feiertag nachdenken?
Thomas ​de Maizière

Viele Parteigenossen aus CDU und CSU kritisierten de Maizière prompt. "Unser christliches Erbe ist nicht verhandelbar", sagte etwa der CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt der "Bild". "Islam-Feiertage in Deutschland einzuführen, kommt für uns nicht infrage." 

SPD-Chef Martin Schulz hingegen fand den Vorschlag gut, er könne nicht verstehen, wieso CDU und CSU direkt gegen de Maizière "loskoffern" (SPIEGEL ONLINE).

Tatsächlich ist die Idee eines muslimischen Feiertags gar nicht so falsch – und in Wahrheit typisch CDU.

De Maizière regt an, dass der Ramadan und das Opferfest als Feiertage geeignet wären.

  • Der Ramadan ist der Fastenmonat im Islam. Das Ende feiern Muslime mit dem "Id al-Fitr" (auch Zuckerfest) als großes Fest für Familie und Freunde. (Hier erfährst du mehr.)
  • Das Opferfest (arabisch "Id al-Adha") findet am Ende der Pilgerreise Hadsch statt. Traditionell wird ein Tier geschlachtet, um es Bedürftigen zu schenken. (Hier erfährst du mehr.)

1.

Es wäre eine Würdigung der in Deutschland lebenden Muslime.

Etwa acht Millionen leben in Deutschland. Das ist im Vergleich zu insgesamt 84 Millionen Deutschen sehr wenig – aber auch nicht unbedeutend. Die Muslime gehören zu Deutschland. So haben beispielsweise die türkischen Gastarbeiter der 1970er Jahre das Land mit aufgebaut.

Muslimen an den ihnen heiligen Tagen die Möglichkeit zu geben, diese zu feiern, würde dem Rechnung tragen. 

2.

Es wäre aber vor allem eine Würdigung all derer, die an Gott glauben.

Religion ist in Deutschland Privatsache. Gleichzeitig gibt es sehr viele christliche Feiertage. Das ist eine Schieflage: Mit muslimischen Feiertagen (aber auch jüdischen oder buddhistischen) würde die Regierung zeigen, dass hier jeder seine Religion frei leben kann. 

Bislang werden Christen geehrt. Andere Gläubige bekommen allerdings einen freien Tag, mit dem sie nichts anfangen können – und müssen sich für ihre eigenen Feiertage Urlaub nehmen.

3.

Und gut für die Wirtschaft wäre es außerdem.

Wenige Länder haben so viele Feiertage wie Deutschland. Wir kommen auf elf Stück (Bayern hat sogar noch zwei mehr), die Niederlande und Australien haben zum Beispiel nur acht, die Schweiz neun und die USA zehn Tage (Südkurier).

Viele Betriebe und Büros haben dann geschlossen. Mit muslimischen Feiertagen würde ein Ausgleich geschaffen: Die muslimischen Arbeiter können dann an christlichen Feiertagen Schicht haben und umgekehrt. 

Unternehmen, die niemals stillstehen und Menschen, die Gott ernst nehmen? Klingt eigentlich nach einem CDU-Traumland.

Fühlen

"Holy Spirit Night": Als Ungläubiger unter 10.000 evangelikalen Christen

Ich bin erst ein paar Stunden hier, aber schon jetzt wollen zwei Frauen für mich beten und eine Missionarin aus Thailand hat mir ihre schwere, heiße Hand auf die Schulter gelegt, um mich zu segnen.

Gerade versucht Kithijon, mich von meinen Rückenschmerzen zu heilen. Das heißt, nein, es wäre nicht in seinem Sinne, das so zu sagen. Es ist ja nicht er, der mich heilen soll, sondern Gott. Er nennt ihn "Papa“, seine Hand liegt auf meinem Rücken während er mit ihm spricht. Gott soll mich ansehen. Ich sei ein guter Mensch. Danke.