Bild: Getty Images/John Moore

In der Hauptstadt von Somalia, Mogadischu, steuerte am Sonntag ein Attentäter einen Lkw erst in eine Menschenmenge, dann detonierte er das Fahrzeug mitten im entstandenen Chaos. (SPIEGEL ONLINE)

Mindestens 231 Menschen kamen bei dem Anschlag ums Leben, mehr als 300 wurden verletzt. Somalias Präsident spricht von einer nationalen Tragödie.

Wer steckt hinter dem Anschlag in Somalia? Was ist in Somalia los? Die wichtigsten Antworten:

Wo liegt Somalia?

Der Staat liegt am Horn von Afrika neben Äthiopien. Seine Lage ist wichtig: Durch die Meerenge hin zum Roten Meer (genannt "Bab al-Mandab") fahren täglich Öltanker und Handelsschiffe auf der Route zwischen Europa und Asien.

Was ist in Somalia passiert?

Bis Anfang der 90er war Somalia eine Autokratie, dann versankt das Land in einem Bürgerkrieg. Eine funktionierende Regierung gab es seither nicht mehr.

Seit 2000 existiert eine Übergangsregierung, die von der Uno geschützt wird. Sie kann Somalia jedoch nicht stabilisieren: Warlords teilen Gebiete unter sich auf, Islamisten beanspruchen Regionen für sich, Piraten kontrollieren die Küste. Das Land zerfaserte in Teilstaaten wie Puntland, Somaliland und Galmudug (FAZ).

(Bild: Lokaler/bento)
Wie stabil ist Somalia?

Puntland und Somaliland im Norden sind weitestgehend stabil, nach Jahrzehnten der Gewalt entsteht wieder so etwas wie ein Alltag. 

Die Region um die Hauptstadt Mogadischu im Süden bleibt jedoch umkämpft: Die islamistische Miliz "Al-Shabab" verübt immer wieder Anschläge, die somalische Regierung bekämpft sie mithilfe von Soldaten der Afrikanischen Union (AU). (Auswärtiges Amt)

Wer ist "Al-Shabab"?

Der Begriff bedeutet "Die Jugend" – tatsächlich verbirgt sich dahinter jedoch eine gewalttätige Miliz, die mit dem islamistischen Terrornetzwerk von Al-Qaida verbunden ist. Sie wollen in Somalia einen Gottesstaat errichten. 

Der Terrorgruppe sollen zwischen 6000 bis 12.000 Kämpfer angehören. Allein 2016 haben sie bei Anschlägen mehr als 4200 Menschen getötet. (Counter Extremism Project) Auch für den jüngsten Angriff in Mogadischu sollen sie verantwortlich sein.

AU-Soldaten im Kampf gegen "Al-Shabab".(Bild: dpa/Maurizio Gambarini)
Wie geht es den Menschen in Somalia?

Unter den ewigen Kriegen und der Schreckensherrschaft von Warlords und Islamisten leidet die Zivilbevölkerung. Immer wieder kommt es zu Hungersnöten, es fehlt an Medikamenten und einer Grundversorgung mit dem Nötigsten.

In diesem Frühjahr war die Dürre im Land so umfangreich, dass sechs Millionen Somalier Hunger leiden mussten. Ganze Tierherden sind verendet, die Lebensgrundlage vieler Nomaden im Land. Vor allem die "Shabab"-Terroristen verhindern immer wieder, dass Hilfslieferungen ins Land kommen. (Human Rights Watch)


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Der Tag danach: Wie ich den Rechtsruck in Österreich erlebt habe

Der Tag danach fühlt sich schlimm an. Gestern waren es noch viele Gespritzte (Weißweinschorlen). Um Antworten auf das Wahlergebnis zu finden, bin ich durch die Wiener Nacht gezogen. Ich habe es nicht mehr ausgehalten bei der kleinen Wahlparty meiner Eltern, ich musste raus und schauen, wie Wien, meine alte Heimatstadt, reagiert auf diese Nachricht: 57,6 Prozent der Österreicher haben rechte Parteien gewählt. 

Ich kann es nicht fassen.  

Wie konnte es passieren, dass so viele Wähler die Kürzungen der Mindestsicherung (eine Art Hartz IV von Österreich), besonders für Ausländer, für eine gute Idee halten?