Bild: YouTube/Ricardo R.
Was ist passiert?

Die Teilnehmerinnen einer Misswahl in Peru haben die Fernsehsendung genutzt, um auf die Gewalt gegen Frauen in Peru aufmerksam zu machen. Die 23 Frauen gingen einzeln ans Mikrofon. Dort hätten sie normalerweise ihre Maße vorgestellt, stattdessen präsentierten sie erschreckende Zahlen:

Mein Name ist Camila Canicoba und ich repräsentiere das Department Lima. Meine Maße sind: 2202 Frauenmorde in den letzten neun Jahren in meinem Land.
Hier ist das Video der Szene:

Während die Frauen sprachen, wurden im Hintergrund Zeitungsausschnitte von Berichten über Gewalt gegen Frauen gezeigt. Zum Abschluss der Show erklärten die Kandidatinnen, welches Gesetz sie ändern würden, um Gewalt gegen Frauen in Peru effektiver zu bekämpfen. 

Die 23 Kandidatinnen hatten sich mit der ehemaligen Schönheitskönigin Jessica Newton, gleichzeitig Organisatorin des Wettbewerbs, auf die Vorgehensweise geeinigt.

Jede einzelne der Frauen könnte Opfer eines frauenfeindlichen Angriffs werden, sagte Newton später in einem TV-Interview.

Das Ausmaß der Gewalt gegen Frauen in diesem Land ist entsetzlich.
Jessica Newton, Organisatorin des Wettbewerbs

In Peru sind im vergangenen Jahr nach Angaben des Frauen-Ministeriums bereits 124 Frauen aufgrund ihres Geschlechts umgebracht worden. 258 Mordversuche wurden registriert. Immer wieder protestieren Frauen dagegen. Im vergangenen Jahr demonstrierten in Peru Tausende Frauen unter dem Motto "Ni una menos" – "nicht eine weniger" gegen die Gewalt gegen Frauen.

Allein in Lima gingen 50.000 Menschen auf die Straße. Eine Umfrage zeigte damals, dass 73 Prozent der Menschen in Lima Peru für eine frauenfeindliche Gesellschaft halten.

Am Sonntag trendete nun #MisMedidasSon, "meine Maße sind". Mit diesem Halbsatz hatten die Frauen begonnen, die Zahlen zu präsentieren. Sie halte die ganzen Zahlen nicht mehr aus, schrieb Thalia Miranda auf Twitter. "Endlich Schluss mit der ganzen Gewalt gegen Frauen."

Sind solche Wettbewerbe nicht total frauenfeindlich?

Die Miss-Wahlen werden auch in Peru immer wieder kritisiert, weil sie ein veraltetes Frauenbild transportieren, nach dem Frauen vor allem mit ihrer Schönheit punkten können. Nicht umsonst treten die Kandidatinnen normalerweise nach vorne und reden über ihre Körpermaße. 

Ja, die Wettbewerbe würden Stereotype fördern und Frauen aufgrund ihres Aussehens beurteilen, sagte Susána Chavez, Chefin von Promsex, einer Frauenrechtsorganisation in Peru. "Aber sie beeinflussen eine große Gruppe von Frauen und Männern, die wir Feministinnen nicht erreichen. Jetzt kann niemand dem Ausmaß der Gewalt mehr gleichgültig gegenüber stehen." Noch nie sei die Gewalt gegen Frauen so sehr ins Bewusstsein der Gesellschaft gerückt worden.


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