Bild: Getty Images/Sean Gallup
In fast ganz Europa steigt er – in Deutschland nicht.

In 22 Staaten der EU gibt es einen gesetzlichen Mindestlohn – doch nur in drei von ihnen ist er im vergangenen Jahr nicht erhöht worden: Deutschland, Luxemburg und Griechenland.

Weil die Verbraucherpreise gestiegen sind, können sich Mindestlohn-Bezieher in diesen Ländern weniger leisten als noch vor einem Jahr.

Das geht aus dem Mindestlohnbericht der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hervor.

Im Mittel legten die Mindestlöhne in der EU dennoch um 4,4 Prozent zu. Ein ähnlicher Wert wie ein Jahr zuvor, damals lag der mittlere Anstieg der EU-Mindestlöhne bei fünf Prozent.

Für die Betroffenen ist allerdings weniger wichtig, wie hoch der Mindestlohn in absoluten Beträgen ist, sondern was sie sich davon leisten können.

Das wird in einer eigenen Einheit, dem Kaufkraftstandard, deutlich. Den zeigt diese Grafik:

In Deutschland sieht das Gesetz vor, dass der Mindestlohn nur alle zwei Jahre festgelegt wird. Zuletzt wurde der Mindestlohn hier Anfang 2017 von 8,50 Euro auf 8,84 Euro angehoben. Die realen Lohnverluste in diesem Jahr könnten also frühestens Anfang 2019 durch eine Mindestlohnerhöhung ausgeglichen werden.

Deutsche bekommen weniger Mindestlohn als ihre europäischen Nachbarn.

Mit einer Lohnuntergrenze von 8,84 Euro pro Stunde liegt Deutschland wie bereits im Vorjahr hinter den meisten westeuropäischen Staaten. Die höchsten Mindestlöhne Europas gibt es in den Nachbarländern:

  • In Frankreich liegt der Mindestlohn bei 9,88 Euro pro Stunde,
  • in den Niederlanden bei 9,68 Euro
  • und in Luxemburg sogar bei 11,55 Euro - die höchste europäische Lohnuntergrenze.

In Osteuropa sind die Mindestlöhne weitaus geringer.

  • Alle osteuropäischen EU-Staaten bis auf Slowenien sehen auch 2018 einen Mindestlohn von unter drei Euro pro Stunde vor.
  • Bulgarien hat EU-weit mit 1,57 Euro den niedrigsten Mindestlohn.

Vor allem Rumänien erhöht den Mindestlohn stark.

Er stieg im Vergleich zum Vorjahr um 52 Prozent auf 2,50 Euro pro Stunde. Dabei stiegen die Preise in dem Land im vergangenen Jahr nur um 1,1 Prozent. Acht weitere osteuropäische Staaten erhöhten den Mindestlohn ebenfalls um mehr als zehn Prozent. Das liege an dem meist niedrigen Ausgangsniveau der dortigen Mindestlöhne, schreiben die WSI-Autoren.

Die Grafik macht deutlich:

Wo der Mindestlohn nicht erhöht wurde, mussten seine Bezieher reale Einbußen hinnehmen:

  • In Griechenland um 1,1 Prozent,
  • in Deutschland um 1,7 Prozent
  • und in Luxemburg um 2,1 Prozent.

Dieser Artikel ist in ähnlicher Form zuerst auf SPIEGEL ONLINE erschienen.


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