Bild: Getty Images/Rick Loomis
Mehr Frauen als je zuvor werden im Kongress sitzen

Die Demokraten gewinnen das Repräsentantenhaus, Donald Trumps Republikaner behalten die Mehrheit im Senat. Das ist das Ergebnis der Midterms, der Kongresswahlen in den USA. Das melden US-Medien auf Basis von Hochrechnungen und ersten Ergebnissen.

Damit steht fest: Donald Trump wird es künftig schwerer haben. Die Demokraten können seine Gesetzesvorhaben im Repräsentantenhaus blockieren. (Hier erklären wir, was das bedeutet)

Davon abgesehen haben die Mitdterm-Wahlen vor allem ein deutliches Ergebnis: Es war das Jahr von Frauen und von Minderheiten. Der Kongress wird vielfältiger.

1 Mehr Frauen als je zuvor

Eine Frau feiert den Sieg einer Demokratin in New York.

Noch nicht sind nicht alle engen Entscheidungen gefallen, aber schon jetzt ist klar: Im Kongress, der aus Senat und Repräsentantenhaus besteht, werden so viele Frauen wie nie zuvor die Entscheidungen treffen. (Kleiner Spoiler: Es sind immer noch wenige). Der bisherige Rekord: 107 Frauen. Jetzt werden es mindestens 112 sein. Insgesamt gibt es im Kongress 435 Sitze. (Vox.com)

Experten zufolge liegt das auch am Verhalten von Donald Trump. Männliche Privilegien und Macht seien vielen Amerikanerinnen und Amerikanern nun so bewusst wie nie zuvor, sagt Susan Bordo von der University of Kentucky. Das habe zum Teil auch mit "Donald Trumps offener Frauenfeindlichkeit" zu tun.

2 Die jüngsten Abgeordneten aller Zeiten

Alexandria Ocasio-Cortez in der Wahlnacht

(Bild: Getty Images/Rick Loomis)

Viel wurde in den Tagen vor den Wahlen über junge Wählerinnen und Wähler geschrieben. Mehr von ihnen könnten wählen gehen und so ein entscheidender Faktor werden, so die Vermutung. Schließlich wählen sie eher demokratisch.

Ob das so passiert ist, ist noch nicht klar. Genaue Zahlen gibt es noch nicht. Ersten Hochrechnungen zufolge ist der Anteil der jungen Wähler ungefähr gleich geblieben, insgesamt könnten aber trotzdem mehr von ihnen zur Wahl gegangen sein. Einer CNN-Hochrechnung zufolge stimmten 67 Prozent der Wählerinnen und Wähler unter 30 für die Demokraten.

Fest steht hingegen: Alexandria Ocasio-Cortez und Abby Finkenauer, beide 29, werden die neuen jüngsten Abgeordneten im Kongress sein. Vor allem Alexandria Ocasio-Cortez ist der Shootingstar der Demokraten. Im 14. Kongressdistrikt von New York gewann sie problemlos, der Bereich umfasst Teile von Brooklyn und Queens. Die Kandidatin mit puerto-ricanischen Wurzeln ist deutlich linker als die meisten traditionellen Demokraten, sie nennt sich selbst demokratische Sozialistin.

3 Die ersten zwei Muslima

Ilhan Omar nach ihrem Sieg

(Bild: Getty Images/Stephen Maturen)

Donald Trump schürt immer wieder Vorurteile gegen Einwanderer und Muslime. Nun ziehen zum ersten Mal muslimische Frauen in den US-Kongress ein.

Rashida Tlaib, 42, gewann in Michigan. Die Demokratin hatte in ihrem Wahlbezirk keinen republikanischen Rivalen. Tlaib hat versprochen, ihre Stimme gegen Donald Trump zu erheben. Sie ist das älteste von 14 Kindern von palästinensisch-amerikanischen Eltern.

Nicht ganz so leicht vorhersehbar war der Sieg der 36-jährigen Ilhan Omar. Sie wird die erste Frau sein, die im US-Kongress ein Kopftuch trägt. Omar floh vor dem Bürgerkrieg in Somalia, kam so schließlich als Teenager in die USA. Sie setzte sich unter anderem für einen Mindestlohn von 15 Dollar ein – und kämpft gegen Donald Trumps "Politik der Angst". (Vox.com)

4 Der erste offen schwule Gouverneur

(Bild: Getty Images/Rick T. Wilking)

Jared Polis ist IT-Unternehmer – und künftig Gouverneur im Bundesstaat Colorado. Damit übernimmt erstmals in der Geschichte der Vereinigten Staaten ein bekennender schwuler Politiker ein solches Amt. Vorher hat er den Staat bereits im Repräsentantenhaus vertreten. Im Wahlkampf hatte sich Polis besonders für erneuerbare Energien, staatlich geförderte frühkindliche Erziehung und ein umfassendes Krankenversicherungssystem eingesetzt.

5 Erstmals gibt es indigene Abgeordnete

Deb Haaland gewann die Wahl in New Mexico, Sharice Davids in Kansas. Die beiden Juristinnen gehören den "Native Americans" an, also den US-Ureinwohnern. Noch nie zuvor haben es indigene Politiker in den Senat oder ins Repräsentantenhaus geschafft.

Mit Material von dpa


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