Michelle Obama, die First Lady der Vereinigten Staaten, hat am Montagabend auf dem Wahlkampf-Parteitag der Demokraten eine bewegende und vielbeachtete Rede gehalten. Den Demokraten geht es jetzt, nach der offiziellen Bekanntgabe von Hillary Clinton als Kandidatin für die Präsidentschaft, um ein geschlossenes Auftreten. Vor allem Anhänger des Gegenkandidaten Bernie Sanders protestierten das ganze Wochenende gegen ihre Partei und Kandidatin.

Die beliebte Michelle Obama stellte sich deshalb lautstark hinter Clinton, vor allem betonte sie deren Erfahrung als Außenministerin, Senatorin und Mutter. Der Aspekt "Verantwortung für die Kinder Amerikas" stand bei ihr ebenfalls im Vordergrund. Sie stellte so den Zuhörern indirekt die Frage: Sollen unsere Kinder in einem Amerika aufwachsen, dass von Donald Trump regiert wird? Tatsächlich erwähnte sie Trump in der rund 14-minütigen Rede nicht ein einziges Mal.

Das sind die Highlights ihrer Rede:
Ein Präsident hat nur einen Aufgabe: Etwas besseres für unsere Kinder zu hinterlassen.
  • "In der Wahl geht es nicht um links oder rechts, um Demokrat oder Republikaner. Es geht darum, wer die Macht hat, die nächsten vier oder acht Jahre unserer aufwachsenden Kinder zu gestalten. Kinder, die auf dem Schulweg Angst vor Gangs haben. Die nicht wissen, ob sie aufs College gehen dürfen. Deren Eltern kein Wort Englisch sprechen, die aber trotzdem große Träume haben. Es gibt nur eine, der ich zutraue, diese Aufgabe zu meistern. Und das ist unsere Freundin Hillary Clinton."
  • "Wir wurden alle gleich erschaffen. Alle ein Teil der großen amerikanischen Geschichte. Und ein Präsident sollte dafür einstehen."
  • "Jeden Morgen wache ich in einem Haus auf, dass von Sklaven gebaut wurde. Und ich schaue meinen Kindern, zwei wunderschönen, schwarzen Mädchen, beim Spielen auf der Wiese zu. Nur wegen Hillary Clinton glauben meine Kinder, ja all unsere Kinder, heute daran, dass eine Frau Präsidentin sein kann."
  • "Ein Präsident hat nur einen Aufgabe: Etwas Besseres für unsere Kinder zu hinterlassen."

Besonders griff sie auch den Hitzkopf und notorischen Twitter-Schreihals Donald Trump an:
Wenn du die Startcodes für Atomwaffen in der Tasche hast und das Militär unter deinem Befehl, kannst du dir keine unüberlegten Entscheidungen erlauben.
"Ein Präsident denkt nicht in schwarz und weiß. Und seine Aufgaben lassen sich nicht auf 140 Zeichen reduzieren. Denn wenn du die Startcodes für Atomwaffen in der Tasche hast und das Militär unter deinem Befehl, kannst du dir keine unüberlegten Entscheidungen erlauben. Du kannst dir keine dünne Haut erlauben. Du musst abwägen, dich informieren. Ich will einen Präsidenten, der unseren Kindern zeigt, dass jeder wichtig ist, [...] dass wir nicht nur nach Ruhm und Berühmtheit gieren, sondern dass wir uns für andere einsetzen. [...] Lasst euch nicht erzählen, dass dieses Land nicht großartig ist."

Bei Amerikas Müttern schien die Rede extrem gut anzukommen. Mashable sammelte nach der Rede auf die schönsten Reaktionen auf Twitter, denn scheinbar hatten viele "Moms" nach der Rede das Bedürfnis, sich bei ihren Kindern zu melden:

Hier gibt es noch mehr von der Rede:

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