Bild: imago/Stephan Wallocha
Das sind die sechs wichtigsten Zitate

Der Moderator und Journalist Michel Abdollahi hat einen offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel geschrieben. 

Er erzählt darin, wie sich Deutschland seiner Meinung nach verändert hat – nicht nur seit Chemnitz – und wie gefährlich es ist, dass sogar Staatsdiener und Staatsdienerinnen ihre Neutralität verlieren. 

Der Brief wurde seit seiner Veröffentlichung am Samstag schon mehr als 8000 mal auf Facebook geteilt. 

Was steht in dem offenen Brief an Angela Merkel?

Der Brief an Angela Merkel ist lang. Sehr lang. 1915 Worte, um genau zu sein. 

Michel Abdollahi erklärt darin, warum er sich Sorgen um die Zukunft Deutschlands macht. Hier kannst du den kompletten Brief lesen:

Offener Brief an die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und die Bundesregierung Verehrte Frau Bundeskanzlerin, sehr...

Posted by Michel Abdollahi on Saturday, September 8, 2018

Das sind die wichtigsten Zitate aus dem Brief von Michel Abdollahi:

Der Brief beginnt damit, dass Abdollahi Beispiele dafür aufzählt, wie hemmungslos der Fremdenhass in Deutschland geäußert werde. Und er ruft die Bundesregierung auf, endlich etwas zu tun.

Wenn die Regierung nicht aktiv handelt, wird sich dieses Feuer weiter ausbreiten. Die Zivilgesellschaft hält schon überall gegen, wo sie nur kann.

Wer ist Michel Abdollahi?

Michel Abdollahi ist Conférencier, Performance-Künstler und Journalist. Er ist 37 Jahre alt und lebt seit 32 Jahren in Hamburg. Davor lebte er in Teheran. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Hamburger Landesfachausschusses für Integration.

Man kennt ihr vor allem als Moderator von Poetry Slams, auch im Fernsehen, und als Journalist für das Kulturjournal im NDR. Seine Aktion "Ich bin Muslim, was wollen Sie wissen?", für die er sich mit einem Schild, mit eben diesem Satz, in Hamburgs Straßen gestellt und Fragen von Bürgern beantwortet hat (YouTube), wurde in den sozialen Medien vielfach geteilt und sorgte für viel Aufsehen. 

Besonders schlimm sei es, wenn ausgerechnet der Bundesinnenminister Horst Seehofer die Migration als "Mutter aller Probleme" bezeichnet (bento). Dabei gebe es etliche positive Beispiele von Migration, Menschen, die sich erfolgreich integrieren, hier arbeiten, ihren Beitrag leisten, Steuern zahlen.

Ich verstehe nicht, wie sie meine Steuern akzeptieren können, aber nicht meine Persönlichkeit, meinen Glauben und meine Hautfarbe.

Abdollahi betont, dass Flüchtlinge in der Regel nicht hier sind, weil sie es wollen. Er erklärt es am Beispiel seiner eigenen Familie:

Aber als Saddams Bomben uns trafen, haben wir uns dafür entschieden zu gehen. Wir kamen nicht hierher, um Deutschland kaputt zu machen. Wir kamen hierher, weil unsere Heimat kaputt gemacht wurde.

Und dass nicht alle Migrantinnen und Migranten auch Extremisten sind. Im Gegenteil. Auch die Mehrheit der Migranten lehnt Extremismus ab, doch es gibt eine Minderheit, die Verbrechen begeht.

Aber der Bundesinnenminister verurteilt alle Migranten, weil sich ein paar nicht benehmen können und straffällig werden. Ich kann wirklich nichts dafür, dass sich einige Migranten in Deutschland nicht benehmen.

Dass inzwischen selbst aus Regierungskreisen Migranten über einen Kamm geschert und als Problem dargestellt würden, mache ihm Sorgen. Er sehe den Rechtsstaat dadurch in Gefahr. Dass der Haftbefehl gegen die mutmaßlichen Täter von Chemnitz im Internet veröffentlicht wurde (bento), zeige, dass selbst Justizbeamte innerhalb des Staates den Rechtsradikalismus in Deutschland unterstützen. 

Abdollahi hat das Gefühl, dass viele Menschen, die als Staatsdiener neutral und dem Grundgesetz gegenüber verpflichtet sein sollten, dies nicht mehr seien und dieses Land schleichend in Menschen 1. und 2. Klasse aufteilten.

Als Beispiel nennt er konkret Bundesinnenminister Seehofer (bezeichnete Migration als "Mutter aller Probleme", bento), Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen ("lässt sich zu Verschwörungstheorien hinreißen", bento) und den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (hält er "für völlig gescheitert").

Darum stellt er eine Forderung an Angela Merkel und die Bundesregierung:

Ich finde Ihre Regierung sollte die demokratische Grundordnung und die Verfassung vor diesen Leuten schützen und endlich handeln.

Er möchte von Angela Merkel, dass sie auch seine Bundeskanzlerin ist, die Bundeskanzlerin aller, die diesen Hass nicht wollen. Er erinnert an die NS-Zeit und bittet Merkel dafür zu sorgen, dass sich die Geschichte nicht wiederholt.

Leider ist die Stimme des Hasses momentan lauter, weil wir sie haben in den letzten Jahren so laut werden lassen. Es ist an der Zeit, dass zu ändern.

Style

Endlich mal ein vernünftiges Designer-Teil: die siebenfache Jacke von Balenciaga🙄
Die Jacke, die alle anderen Jacken überflüssig macht

An Designer-Kleidung scheiden sich die Geister.

Die einen sagen: Na klar bezahle ich 5.000 Euro für ein Stück Kleidung, das dieselbe Funktion erfüllt wie eines für 50 – bloß weil ein Logo drauf ist.

Die anderen sagen: Das mache ich auf gar keinen Fall.