Bild: Getty Images/Manuel Velasquez
2 Fragen zum Hoffnungsträger der Mexikaner

Mexiko hat einen neuen Präsidenten. Eine seiner ersten Amtshandlungen: Er kürzt sich selbst das Gehalt. Er werde ab seinem Amtsantritt im Dezember monatlich 108.000 Pesos (etwa 4890 Euro) verdienen, erklärte Andrés Manuel López Obrador am Sonntag in Mexiko-Stadt. Das sind nur rund 40 Prozent dessen, was sein Vorgänger bekommt.

Was muss ich über Obrador wissen?

Andrés Manuel López Obrador, 64, genannt AMLO, hatte am 1. Juli die Wahlen gewonnen – mit rund 53 Prozent der Stimmen. Er holte zudem auch die Mehrheit in beiden Parlamentskammern. Er ist ein linker Populist und der erste linke Politiker an der Spitze Mexikos seit Jahrzehnten.

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López Obrador tritt bescheiden auf, fährt einen VW. Der "Mafia an der Macht" hat er den Kampf angesagt. Er sagt Sätze wie:

Korruption ist der Ursprung von Armut und Ungleichheit!
AMLO
  • Die Kürzung des Präsidentenverdiensts ist Teil von López Obradors Plan, die Kosten der Bürokratie zu verringern. Im Wahlkampf hatte er bereits angekündigt, die Pensionen der Ex-Präsidenten Mexikos zu mindern.
  • Er plane zudem, in die mexikanische Verfassung aufnehmen zu lassen, dass niemand im Bürokratie-Apparat mehr als der Präsident verdienen dürfe.
  • Die Gehälter von Beamten, die mehr als eine Million Pesos im Jahr (etwas mehr als 45.000 Euro) verdienen, will er auf die Hälfte reduzieren (El País)

Im Kampf gegen die Gewalt hat er eine Amnestie für Drogenhändler in Aussicht gestellt. Auf Trumps Provokationen geht er kaum ein. Er hat ihn zu seiner Amtseinführung eingeladen. Er wolle ein freundschaftliches Verhältnis zur USA, sagte López Obrador nach seinem Wahlsieg. Auch die großen Unternehmen versuchte er zu beruhigen. Enteignungen werde es mit ihm nicht geben.

  • Kritiker werfen ihm allerdings eine Neigung zum Autoritarismus vor, sie befürchten ein linkes Regime, López Obrador sei ein potentieller Diktator. Die Mehrheit der Mexikaner vertraut ihm trotzdem, für viele ist er die letzte Hoffnung (SPIEGEL+).
  • Jeden Morgen belagern Dutzende Arbeitslose oder Kranke sein Büro, in der Hoffnung, dass der zukünftige Präsident ihnen persönlich helfen kann (El País).
  • Die Begeisterung ist so groß, dass sein Team bereits versucht, die Hoffnungen einzuhegen (El País).
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Warum sind die Mexikaner so wütend?

Die Situation in dem mittelamerikanischen Land hat sich in den vergangenen Jahren verschlechtert: In Mexiko tobt der Drogenkrieg, in großen Teilen des Staatsapparates grassiert die Korruption.

  • In diesem Jahr werden wohl geschätzte 32.000 Menschen in Mexiko ermordet werden, doppelt so viele wie vor vier Jahren. Mehr als 200.000 Menschen sind seit 2006 im Drogenkrieg umgekommen. 
  • Im Korruptionsindex ist Mexiko auf Platz 135 gesunken, gemeinsam mit Russland.
  • Die Strom- und Energiepreise sind gestiegen, viele Mexikaner können sich nicht alle Dinge des alltäglichen Lebens leisten, rund die Hälfte der Bevölkerung gilt als arm. (SPIEGEL ONLINE)

Mit Material von dpa


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