Bild: dpa/Monika Skolimowska

Frauke Petry braucht ein Thema. Die ehemalige AfD-Chefin sitzt seit ihrem Austritt parteilos im Bundestag – falls es Neuwahlen gibt, droht ihr der Verlust ihres Mandats. 

Da ihre alte Partei bereits erfolgreich auf Rassismus setzt, hat sich Petry nun einen neuen "Ismus" gesucht: Sexismus.

Allerdings nicht so, wie die meisten Frauen das Thema angehen.

In einem Interview für das WDR-Format "Docupy" erzählt sie, dass sie die "MeToo"-Debatte für "völlig übertrieben" und "von einer Minderheit instrumentalisiert" hält. Außerdem ordnet Petry auch ein, wo Frauen ihrer Meinung nach hingehören:

Ich habe nichts dagegen, dass Frauen weiterhin das schwache Geschlecht sind – weil wir objektiv anders sind als Männer.
Frauke Petry

Hier ist der Clip:

Frauke Petry im #ungleichland

Die Sexismus-Debatte ist im Stande, liebgewordene Traditionen zu beseitigen - sagt Dr. Frauke Petry. #ungleichland

Posted by Docupy on Donnerstag, 30. November 2017


In den Facebook-Kommentaren können viele die Haltung gar nicht verstehen: "Argumente wie aus dem Kindergarten", "Sie meint das als Scherz, oder?", "einfach peinlich" schreiben die Nutzer. 

Der WDR hat aber nicht nur Frauke Petry gefragt – sondern insgesamt 45 Bundestagspolitikerinnen aller Parteien. 

Die Frauen berichten von Macht und Ungleichheit in der deutschen Politiklandschaft und darüber, wie oft sie im Bundestag auf ihr Aussehen oder ihr Geschlecht reduziert werden (WDR). 

Katja Kipping von der Linkspartei erzählt unter anderem eine Anekdote, in der ihr nach einer Debatte ein Mann antwortet: "Deine Ohrringe wackeln so schön, wenn du dich aufregst." Ihr Beispiel und die weiteren Erzählungen zeigen: MeToo ist alles andere als übertrieben.

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