"Ich habe mich niemals so entmannt gefühlt."

Terry Crews ist ein muskelbepackter Schauspieler, bekannt für Actionfilme wie "The Expendables" oder die Comedyserie "Brooklyn 99". Er ist ehemaliger Football-Profi, Möbeldesigner, Maler, Deo-Werbefigur, Autor. 

Und er ist Opfer eines sexuellen Übergriffs. 

2016 wurde der Filmstar nach eigenen Angaben von einem Hollywood-Agenten ungewollt im Schritt berührt:

Es dauerte nur wenige Minuten, doch was er mir vermittelte, während er meine Genitalien in der Hand hatte, war: Er hat die Macht. Er hat die Kontrolle.
Terry Crews

Was danach geschah, war allerdings nicht abzusehen. Denn während viele Frauen sich in den vergangenen Jahren weltweit verbündeten, um in der "MeToo"-Debatte gemeinsam gegen Machtspiele und Missbrauch zu kämpfen, wendeten sich Männer gegeneinander. (bento)

Anstatt sich mit Crews zu solidarisieren, machten sie sich viele über ihn lustig. Das sei doch bloß ein Witz gewesen, starke Männer wie er könnten gar nicht Opfer sexueller Gewalt werden, so der Tenor. Erst Anfang der Woche verspottete der Rapper "50 Cent" Crews mit einem derben Facebook-Post, später löschte er den umstrittenen Beitrag wieder. 

Terry Crews selbst trat am Dienstag bei einer Anhörung des US-Senats als Redner auf. 

Der Senat verhandelt gerade eine Erweiterung des Gesetzes, das Opfern sexueller Übergriffe besseren Schutz und mehr Rechte zusichern soll. In seiner Rede sprach Crews nicht nur die traumatischen Erlebnisse des Übergriffs an, sondern auch die schlimmen Reaktionen anderer Männer.

Crews nennt diese "Toxic Masculinity" – aber was bedeutet das? 

Der Begriff übersetzt sich etwa in giftige Männlichkeit. Damit werden anerzogene Verhaltensregeln gemeint, mit denen Männern sich und anderen schaden. Zum Beispiel, wenn Jungen schon früh beigebracht wird, dass Weinen unmännlich ist. Schwäche oder einfach Empathie für andere zu zeigen sei weiblich, Männer hingegen müssten "sich zusammenreißen" und "ein richtiger Mann sein"

Dieses früh vermittelte Konzept von "stark sein gleich männlich sein" machen viele Forscherinnen und Forscher für Probleme zwischen Männern und Frauen verantwortlich, zum Beispiel sexuelle Übergriffe. Aber auch Gewalt zwischen Männern hängt demnach oft mit diesem "Keine Schwäche zeigen"-Dürfen zusammen. (UAB / GJSS)

"Als Kind habe ich gesehen, wie mein Vater meine Mutter missbraucht hat. Wie er seine Kraft nutze, um sie zu unterdrücken. Und alles, was ich wollte, war, ihr zu helfen. Ich wollte stärker werden."
Terry Crews

Viele Männer können heute nicht zu ihren Gefühlen stehen und neigen bei emotionalen Krisen schnell zu Gewalt, gegen sich und andere. 

Der Hamburger Psychiater Dr. Reinhard Lindner sagte dazu, dass viele Männer sich schwer damit täten, über in der Partnerschaft oder mit den Kindern zu sprechen. Weil Sie den Eindruck haben, Hilfe zu suchen sei unmännlich. Infolge dessen begingen Männer zum Beispiel deutlich häufiger Suizid als Frauen. (SWR)

Terry Crews macht in seiner Rede auf genau dieses Problem aufmerksam: 

"Ich bin weder ein kleiner noch ein unsicherer Mann. Aber ich habe mich niemals so entmannt gefühlt, wie in jenem Moment und der Zeit danach. Als ich sah, wie Frauen und Kolleginnen in meiner Branche ihre 'MeToo'-Erlebnisse erzählten, kam das alles wieder hoch. Und ich wusste, dass ich handeln musste."

Die ganze Rede von Terry Crews siehst du im Video oben. 


Tech

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