Bild: Henning Kaiser/dpa
Zwei Jahre, nachdem sie Merkel danach gefragt hat

2015 fragte das Flüchtlingsmädchen Reem Sahwil Angela Merkel, ob sie auf Dauer in Deutschland bleiben darf. 

Zwei Jahre später kann das palästinensische Mädchen aufatmen: Wie die Stadtverwaltung Rostock am Freitag mitteilte, hat die 17-Jährige eine sogenannte Niederlassungserlaubnis erhalten. Sie ist die Vorstufe und Voraussetzung für die spätere Einbürgerung des Mädchens. (Faz / SPIEGEL ONLINE)

Reems Aufenthaltsgenehmigung wäre im Oktober ausgelaufen. Auch ihre Familie ist vorerst vor der Abschiebung geschützt.

Die Bundeskanzlerin Angela Merkel traf 2015 auf einem Bürgerdialog auf Reem Sahwil.

Das damals 14-jährige Mädchen war mit ihren Eltern 2010 aus dem Libanon nach Deutschland geflohen. Reem erzählte Merkel in perfektem Deutsch und bewegenden Worten ihre Geschichte – und davon, wie schwer es für sie ist, nie zu wissen, ob sie in Deutschland bleiben darf. 

"Ich möchte studieren, das ist wirklich mein Wunsch. Aber es ist wirklich unangenehm zuzusehen, wie andere das Leben genießen können - und man es selber nicht mitgenießen kann.
Reem Sahwil gegenüber Angela Merkel beim Bürgerdialog 2015

Reem ist faktisch staatenlos.

Und Merkel entgegnete in gewohnter Nüchternheit: "Ich verstehe das. Und dennoch – Politik ist manchmal auch hart." Als Reem zu weinen begann, trat Merkel unbeholfen an sie heran, tätschelte ihr das Haar, und sagte, sie wolle sie "trotzdem einmal streicheln." #Merkelstreichelt trendete danach auf Twitter. (NDR)

Das Gespräch mit Angela Merkel auf dem Bürgerdialog gibt es hier:

Reem hat mittlerweile auch eine Autobiografie veröffentlicht: "Ich habe einen Traum – als Flüchtlingskind in Deutschland." Es ist im August 2017 erschienen. 

Vielleicht erfüllt sich jetzt Reems Wunsch, nach dem Abitur in Deutschland studieren zu können. 

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