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Deshalb freuen wir uns auf 2019 mit Meera Leilani Zaremba und den Verfechtern des Grundeinkommens.

Die Grundidee ist schnell erklärt: Alle Bürgerinnen und Bürger bekommen ein bedingungsloses Grundeinkommen – vom Kassierer bis zur Top-Managerin. Ähnlich wie beim Kindergeld, das alle Eltern bekommen, egal wie viel sie verdienen. 

Meera Leilani Zaremba, 27, ist Verfechterin so eines Grundeinkommens. Sie hat Politische Soziologie an der London School of Economics und Sozialwissenschaften in Düsseldorf studiert und engagiert sich im Vorstand von "Mein Grundeinkommen".

Das Team forscht, stößt Debatten an und will noch mehr Leute zum Mitmachen bewegen. Außerdem verlosen sie ein Grundeinkommen. Ihre Vision: Eine Gesellschaft, die sich für alle gut anfühlt.

Wir haben mit Meera Leilani Zaremba gesprochen und gefragt, wie die Initiative das Jahr 2019 gerechter machen will.

Meera, was war dein größter Erfolg im vergangenen Jahr?

Das war sicherlich eine eineinhalbstündige Diskussion mit dem SPD-Politiker Ralf Stegner im Willy-Brandt-Haus über das Bedingungslose Grundeinkommen. Die Diskussion war für mich sehr herausfordernd, da ich einem Politiker direkt gegenüber saß, der schon jahrelange Erfahrung hatte. Gleichzeitig war es auch ein schöner Moment für mich, da wir auf Augenhöhe diskutiert haben und die Zuhörer die Debatte interessiert verfolgt haben.

(Bild: Privat)

Welche Herausforderung gab es dabei – und wie hast du sie gemeistert?

Die Diskussion um das Bedingungslose Grundeinkommen hat sich viel rasanter verbreitet, als wir das vorausgeahnt haben. Jede Woche stoßen wir auf neue Impulse von Politikern oder Ankündigungen von Pilotprojekten rund um das Grundeinkommen. Wir müssen immer gucken, wie und ob wir uns zu neuen Impulsen positionieren. 

Stetig bauen wir eine Organisation auf, die sowohl eine Online-Plattform für Millionen von Nutzerinnen und Nutzern ist. Als Organisation versuchen wir, auf einem hohen politischen Niveau das Thema Grundeinkommen zu kommunizieren und Menschen zu inspirieren.

Was ist dein persönlicher Wunsch für 2019?  

Ich wünsche mir, dass die Inspiration, die wir selbst entwickelt haben und bei anderen sehen, auch in der Politik ankommt. Politikerinnen und Politiker sollen den Mut haben, gute Ideen zum Grundeinkommen umzusetzen.

Was brauchst du, um es umzusetzen?

Für das nächste Jahr planen wir eine mehrjährige Studie, die sich mit dem bedingungslosen Grundeinkommen wissenschaftlich beschäftigt. Wir haben schon sehr viele Fans, die uns dabei unterstützen – auch finanziell. Mittlerweile sind es fast 80.000 Menschen geworden, die uns dank ihrer Spenden Spielraum für Projekte ermöglichen. Für das kommende Jahr braucht es eigentlich nur noch Selbstvertrauen und Mut.

19 für 2019

Sie helfen Menschen in Not, retten Bäume für das Klima, kämpfen für faire Löhne, engagieren sich gegen Rechts, streiten für Gerechtigkeit und sind ganz einfach Vorbilder: Wir stellen 19 junge Menschen vor, die uns 2018 inspiriert haben – und von denen wir 2019 noch viel hören werden. Hier geht es zur Übersicht


Grün

19 für 2019: Dank "Ende Gelände" rückt der Kohleausstieg näher
Deshalb freuen wir uns auf 2019 mit Sina Reisch und den Klimaschützern.

"Ende Gelände" setzt sich seit 2015 gegen die Energiegewinnung aus Kohle ein. Die Vision der Klimaaktivisten: der sofortige Kohleausstieg.

Ihr größter Gegner war dabei im vergangenen Jahr der Energiekonzern RWE. Nach der Räumung des Hambacher Forsts in Nordrhein-Westfalen wollte das Unternehmen eigentlich mit der Abholzung für den Braunkohletagebau beginnen, doch das Oberverwaltungsgericht Münster verfügte einen vorläufigen Stopp. 

Der Hambacher Forst ist derzeit kein Betriebsgelände mehr, sondern ein öffentlich zugänglicher Wald. Ein Erfolg – auch dank des öffentlichen Drucks, der immer wieder von "Ende Gelände" vorangetrieben wird. Tausende protestierten im Sommer gegen die Rodung und blockierten den Tagebau. 

Mittlerweile gibt es aber deutschlandweit Ortsgruppen der Bewegung. Ihre Botschaft: Schaut nicht weg, lasst euch nicht unterkriegen. Denn eine gesunde Umwelt geht uns alle etwas an.

Wir haben mit Sina Reisch, 24, von "Ende Gelände" gesprochen. Sie hat im Namen der Bewegung erzählt, was sich die Gruppe für 2019 vorgenommen hat.