Bild: dpa/Stefan Sauer
Unser Überblick zur Landtagswahl am 4. September.

Mecklenburg-Vorpommern (MV) hat die Ostsee und an die Ostsee fahren die Deutschen gerne. Das Bundesland ist nicht nur die Heimat von Angela Merkel, sondern auch ein beliebtes Reiseziel, ganz vorneweg zum Beispiel Usedom und Rügen. Jetzt schaut Deutschland auch ohne Urlaubswünsche nach Norden: Denn am kommenden Sonntag, dem 4. September, wird ein neuer Landtag gewählt.

In den letzten Jahren hat MV etwas ziemlich beachtliches geschafft: Es hat die Arbeitslosenquote im Bundesland mehr als halbiert. Hoch ist sie allerdings trotzdem noch – mit neun Prozent lag die Arbeitslosenquote bundesweit im Juli auf dem viertschlechtesten Platz (Statista, Bundesagentur für Arbeit).

Arbeit ist für die Menschen in MV ein wichtiges Thema. Für noch wichtiger und wahlentscheidend halten sie die Themen Flüchtlinge und Zuwanderung. Von der gibt es in MV allerdings gar nicht so viel. Weil das Bundesland wirtschaftlich eher schwach dasteht, bekommt es auch nicht so viele Flüchtlinge zugeteilt: 2015 waren es 18.851 ("Die Zeit"). Was sonst noch so disktiert wird, zeigen die Wahlplakate aus MV:

Bei vielen Wahlen gibt es vorab einen Wahl-O-Mat – in MV allerdings schon seit 2011 nicht, da SPD und CDU nicht bei der Erstellung der Fragen mitmachen wollten ("Nordkurier"). Daher findest du hier unsere wichtigsten Fragen und Antworten zum Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern:

Welche Fragen bestimmen den Wahlkampf?
  • Flüchtlingspolitik: Für gut ein Drittel ist alles rund um Flüchtlinge das Thema, das die Wahl entscheiden wird (NDR). SPD und CDU sind sich einig, dass diejenigen, die schutzbedürftig sind, auch Hilfe bekommen sollen. Gleichzeitig fordern sie aber auch strengere Regeln für die Zuwanderung. Die AfD will diese vor allem beschränken. Linke und Grüne dagegen wollen Integrationsmaßnahmen stärken.
  • Arbeitslosigkeit: Vor allem Ministerpräsident Erwin Sellering und die SPD setzen hier einen Schwerpunkt. Sellering will die Wirtschaft stärken, für mehr Arbeitsplätze sorgen und die Ost- und Westlöhne angleichen. Die CDU und auch die Linke wollen sich um Langzeitarbeitslose kümmern und Arbeitsplätze für sie schaffen. Die Grünen möchten vor allem die Chancen junger Menschen auf Arbeitsplätze verbessern.
  • Heimat: Das Thema behandeln die Parteien sehr unterschiedlich. Der CDU geht es vor allem um einen "starken Staat" und die innere Sicherheit. Innenminister und Spitzenkandidat Lorenz Caffier will zusätzlich 555 Polizisten und 100 Richter und Staatsanwälte einstellen. Auch die Linke setzt auf Heimat, mit dem Slogan "Aus Liebe zu MV". Die AfD stellt bei dem Thema die Familienpolitik ins Zentrum und wirbt mit "Für unser Land und unsere Kinder".
  • Ländlicher Raum: Mecklenburg-Vorpommern ist eines der am dünnsten besiedelten Bundesländer, dementsprechend viel Landwirtschaft gibt es. Die Grünen wollen die ländlichen Regionen fördern sowie eine ökologische Landwirtschaft, aber auch bessere Nahverkehrsverbindungen und eine konsequente Energiewende.
Wer hat derzeit das Sagen?

In Mecklenburg-Vorpommern besteht die Landesregierung momentan aus einer Koalition von SPD (27 Sitze) und CDU (18 Sitze). Ministerpräsident ist seit Oktober 2008 Erwin Sellering (SPD), er hat also bereits zwei Landtagswahlen gewonnen. Die Opposition im Landtag besteht aus der Linken (14 Sitze) und den Grünen (7 Sitze). Mecklenburg-Vorpommern ist außerdem das einzige Bundesland, in dem momentan noch die NPD (5 Sitze) im Landtag sitzt.

Wer sind die Spitzenkandidaten?
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Die AfD in Mecklenburg-Vorpommern

In acht Landtagen sitzt die AfD, bald kommt vermutlich mit MV der neunte dazu. Wie in anderen Bundesländern ist es auch bei diesem Wahlkampf vor allem ihre Haltung in der Flüchtlingsfrage, die die AfD so erfolgreich macht. Spitzenkandidat Leif-Erik Holm etwa warnt vor einer "Herrschaft des Islam" – obwohl die Ausländerquote nur bei 3,7 Prozent liegt.

Holm war bis Ende Mai Mitarbeiter der EU-Abgeordneten Beatrix von Storch, die vor allem dadurch bekannt wurde, dass sie gegen Flüchtlinge und Migranten wettert. "Die Bürger in diesem Land haben die Nase voll von der Politik zu Lasten des eigene Volkes", sagte auch Holm auf einer Wahlkampfveranstaltung in Rostock (NDR).

Für die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern fordert die AfD laut einem Bericht der FAZ Wahlbeobachter durch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Weil sie in Wahlkämpfen strukturell benachteiligt werde.

Was sagen die Umfragewerte?

Bei der jüngsten Sonntagsfrage des Wahlforschungsinstituts Infratest Dimap vom 18. August liegt die SPD mit 26 Prozent zwar vorne. Es wäre aber eine deutliche Verschlechterung zur Wahl 2011 – damals hatte sie 35,6 Prozent bekommen. Auf Platz zwei kommt die CDU mit 23 Prozent.

Drittstärkste Kraft wäre die AfD mit 19 Prozent, gefolgt von die Linken mit 16 Prozent und den Grünen mit 6 Prozent. An der Fünf-Prozent-Hürde scheitern würden laut Umfrage die NPD und die FDP mit jeweils 3 Prozent.

Mecklenburg-Vorpommern: Zahlen und Fakten

Mecklenburg-Vorpommern: Zahlen und Fakten

  • Mecklenburg-Vorpommern ist das drittkleinste Bundesland mit rund 1,6 Millionen Einwohnern.
  • 2015 kamen lediglich 18.851 Flüchtlinge nach MV. Weniger waren es nur im Saarland und in Bremen.
  • Einer der wichtigsten Sektoren ist die Landwirtschaft. Fast zwei Drittel der Landesfläche (1,3 Hektar) werden bewirtschaftet und gepflegt.


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