Bild: The WB
"Me too" soll sexuelle Übergriffe sichtbar machen.

Es ist ein simpler Kampfaufruf: "Me too", ich auch. Die Schauspielerin Alyssa Milano aus "Charmed" hat ihn kreiert, um Frauen eine Stimme zu geben. Im Netz sollen sie unter dem Hashtag von ihren Erlebnissen mit sexueller Gewalt berichten. Es ist eine Art "#aufschrei"-Debatte aus Hollywood.

Die Idee dahinter: So wird endlich sichtbar, wie alltäglich und umfangreich Frauen unter sexuellen Übergriffen leiden.

Die Aktion wurde durch die Affäre rund um dem Filmproduzenten Harvey Weinstein entwickelt. Der Hollywood-Boss soll über Jahre Schauspielerinnen und Models vergewaltigt und genötigt haben. In den vergangenen Wochen hatten sich immer mehr öffentlich dazu geäußert, Weinstein gilt in Hollywood mittlerweile als geächtet. 

(Hier kannst du die Hintergründe bei bento nachlesen.)

In nur wenigen Stunden hat die "Me too"-Idee Tausende Frauen ermutigt, sich zu öffnen. Eine Auswahl:
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Töchter erzählen, wie sie von Stiefvätern oder anderen Verwandten vergewaltigt werden, Berufstätige schildern, wie es sie nervt, im Büro von Kollegen angegraben und degradiert zu werden, Studentinnen erzählen von der Angst, nachts allein auf dem Campus heimzugehen.

Alle zeigen: Sexuelle Belästigung und Übergriffe sind real. Und sind weit verbreitet. 

"Ich auch"

Hast du auch sexuelle Gewalt erfahren und willst nicht länger schweigen? Dann schreib uns! 

Schick deine Geschichte gerne an fuehlen@bento.de, gerne auch anonym. Wir behandeln alle Einsendungen vertraulich.

Die "Me too"-Aktion ist die bislang größte Reaktion auf die Debatte rund um Harvey Weinstein. Allein Alyssa Milanos Ursprungstweet hat in weniger als 24 Stunden schon mehr als 25.000 Antworten gesammelt.

Am Freitag hatte bereits die Schauspielerin Rose McGowan über ihre Erfahrungen getwittert – und dabei auch männliche Schauspieler für ihr Schweigen verurteilt. Weil sie eine Telefonnummer twitterte, wurde sie kurzzeitig gesperrt. Das Netz reagierte solidarisch – und startete #WomanBoycottTwitter. Mit Schweigen sollten Frauen zeigen, dass sie zum Schweigen gebracht werden:

Die Boykott-Aktion sorgte schnell für Unmut: Wie soll ausgerechnet Schweigen beim Sichtbarmachen von Problemen helfen?

"Me too" ist nun der Gegenentwurf dazu – ein lautes Signal für selbstbestimmte Frauen und für das Sichtbarmachen von Opfern.

Auch viele Hollywood-Größen beteiligen sich an der Aktion. Lady Gaga:

Patricia Arquette:

Anna Paquin:

Oder die Comedian Lane Moore:

Eine Twitter-Nutzerin fasst die Fülle an Tweets zu "Me too" ganz gut zusammen:
"Wenn du dich nach #MeToo 'unwohl fühlst', dann bist du derjenige, der erreicht werden soll. Opfer sexueller Gewalt zum Schweigen zu bringen, macht es nicht weniger real."

Art

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