Bild: YouTube/Mayim Bialik
Über den Alltag als Frau in der "Hollywood-Maschine".

Amy Farrah Fowler ist eine starke, unabhängige Frau. In der Kultserie "The Big Bang Theory" hat Amy einen Doktor in Neurobiologie und führt mit dem nerdigen Sheldon Cooper eine Beziehung auf Augenhöhe. 

Dass der Charakter so stark ist, liegt vor allem an Amys Darstellerin Mayim Bialik – sie setzt sich unter anderem in regelmäßigen Videos für Feminismus und ein starkes Frauenbild ein. 

Nun hat sich Mayim Bialik nach der Affäre um den Filmproduzenten Harvey Weinstein zu Wort gemeldet. Sie schildert, wie es ist, als Frau im körperfixierten Hollywood zu arbeiten.

Mayim Bialik hat einen Meinungsbeitrag für die "New York Times" geschrieben. Das Thema: "Feministin in einer Harvey-Weinstein-Welt".

Die wichtigsten Punkte im Text:

  • Die Schauspielerin schildert, wie sie als elfjähriges Mädchen 1986 ins Showbusiness kam. Damals habe sie noch nicht verstanden, dass sie in einem "Geschäft ankommt, dass körperliche Schönheit und Sexappeal über alles stellt."
  • Frauen würden nicht nur vor der Kamera ausgebeutet, sondern auch dahinter. Sie werden "objektifiziert" – der Skandal um Weinstein überrasche sie nicht.
  • Mayim selbst entspreche nicht den Standard-Schönheiten in Hollywood. Dafür sei sie immer wieder unter Druck gesetzt worden, "wie die hübschen Mädchen zu sein".
  • Das habe sie lange Zeit unsicher gemacht: 
Soll ich mir Brustimplantate wie Christina Applegate holen? Ich habe mich wie ein Troll gefühlt im Vergleich zu den anderen.

Weil sie den Druck nicht mehr aushielt, kehrte Mayim Bialik Hollywood mit 19 Jahren den Rücken und studierte Neurobiologie: "Ich wollte dafür geschätzt werden, was ich im Kopf habe und nicht im BH."

Als Amy aus "The Big Bang Theory" hatte sie ihr Comeback zur Schauspielerei – und eine Rolle gefunden, in der sie sie selbst sein kann. Aber: Auf Hollywood ist sie immer noch wütend.
"Die von uns in Hollywood, die nicht dem unmöglichen Schönheitsstandard entsprechen, haben den 'Luxus' übersehen zu werden."

Da sie keine "perfekte Zehn" sei, habe sie den "Luxus" gehabt, kaum schlechte Erfahrungen gemacht zu haben. Doch das allein sei ein absurder Gedanke. Denn sexuelle Gewalt dürfe niemandem geschehen – egal wie man aussehe.

"In einer perfekten Welt sollten Frauen sich so geben könne, wie sie wollen", schreibt Mayim Bialik, "aber unsere Welt ist nicht perfekt."

Nichts – absolut nichts – entschuldigt es, wenn Männer Frauen angreifen oder missbrauchen.

Der positive Ausblick:

  • Die Schauspielerin sieht, dass immer mehr Frauen in Hollywood in Führungspositionen kommen – als Regisseurinnen oder Kamerafrauen. Das verändere die Sichtweise und den Umgang im Business. 
  • Auch jemand, der keine "perfekte Zehn" sei, könne für seine Arbeit von anderen wertgeschätzt werden. 
Das Beste, schließt Mayim Bialik, sei, dass man nicht in Hotelzimmer oder auf Casting-Sofas müsse, um diese Menschen kennenzulernen.

Auch auf YouTube hat sich die Schauspielerin zum Thema geäußert – und sich gefragt, wie man Jungs zu besseren Männern erziehen kann:

Hier ein gutes Beispiel für mehr Frauen-Power in Hollywood:


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