Bild: Reuters / Ueslei Marcelino
Vier Fragen zur Situation an der Grenze

Seit mehreren Wochen befinden sich tausende Menschen aus Mittelamerika auf der Flucht. Ihr Ziel sind die USA. Am Freitag haben hunderte den Zaun an der Grenze zwischen Guatemala und Mexiko überwunden, dabei kam es zu Tumulten. Jetzt führt sie ihr Weg weiter durch Mexiko.

Wo ging es los?

Aus Honduras wurde ein Marsch organisiert, dem sich immer mehr Leute anschließen. Die Menschen laufen in Richtung USA. Solche Menschenzüge in die USA gibt es seit Jahren immer mal wieder, doch dieses Mal sind laut Organisatoren ganze 7500 Menschen unterwegs. (SPIEGEL ONLINE) Normalerweise sind das aber Protestmärsche, die auf die prekäre Lagen der jeweiligen Heimatländer aufmerksam machen sollen. (FAZ)

Bis Ende letzter Woche seien laut Behörden ungefähr 5000 Menschen an die mexikanisch-guatemaltekische Grenze gelangt, die meisten aus Honduras, einige aus El Salvador oder direkt aus Guatemala. Laut Organisatoren sind es 7500 Menschen.

Ein Großteil der Flüchtenden seien Frauen und Kinder. (Zeit Online) Nachdem die Situation Ende der Woche eskalierte, geht die Reise nun weiter. In mexikanischen Tapachula, 40 Kilometer nördlich der Grenze, ließen sich viele der Menschen erschöpft nieder oder stiegen in Busse. Die Migranten werden von der Polizei begleitet. (SPIEGEL ONLINE) Zur US-Grenze sind es rund 3800 Kilometer.

Hier die Karawane im Video:

Warum fliehen gerade jetzt so viele Menschen?

Aus Verzweiflung. Die Regierungen von Guatemala, El Salvador und Honduras sind in Korruptionsskandale verwickelt. (Deutsche Welle) Hinzu kommen Probleme wie Armut und Gewalt. El Salvador und Honduras gehören zu den Ländern mit den höchsten Mordraten. (FAZ) Die Arbeitslosenquote beträgt in Honduras 68 Prozent. (SPIEGEL ONLINE)

Zudem gibt es in den Ländern auch andere politische Krisen. Honduras wird autoritär regiert. Präsident Hernández unterdrückt Proteste gegen seinen wirtschaftsliberalen Kurs mit Gewalt, dabei sterben Menschen. (Deutsche Welle)

Wie sind die Reaktionen?

Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto schickte Polizisten an die Grenze zu Guatemala, um die Flüchtenden zu stoppen. Dabei kam es zu Ausschreitungen und einige Menschen versuchten, die Grenze durch den Fluss Suchiate zu überqueren. (Zeit Online)

Die mexikanischen Behörden fordern die Migranten auf, sich für eine Einreise zu registrieren. Sonst könnten sie ihren Weg nicht fortsetzen. (SPIEGEL ONLINE)

Mexikos neu gewählter Präsident Andrés Manuel López Obrador, der ab dem ersten Dezember das Amt übernimmt, rief zu einem fairen Umgang mit den Migranten auf: "Wir wollen nicht, dass sie dasselbe erleben (wie Mexikaner), wenn sie in den USA einen Job suchen müssen." (Tagesspiegel)

Präsident Trump hat angekündigt, notfalls noch die Armee zur Sicherung der Grenzen zu schicken. Das verbietet ihm allerdings ein Bundesgesetz. US-Streitkräfte dürfen, im Gegensatz zur Nationalgarde, nicht auf amerikanischem Boden operieren. (Zeit Online) Experten gehen davon aus, dass Trump die mexikanische Grenze zu seinem neuen Wahlkampfthema macht.

Am 6. November finden nämlich Kongresswahlen statt. Aktuell sieht es danach aus, dass Trumps Republikaner ihre knappe Mehrheit verlieren. (RealClearPolitics) Wohl deswegen behauptet er, dass viele der Flüchtenden kriminell seien.

Wie groß sind die Chancen der Menschen, in die USA zu gelangen?

Eher gering. Sie brauchen ein Visum, um überhaupt erstmal nach Mexiko zu gelangen, was aber wohl nur wenige haben. Sie können alternativ auch Asyl beantragen, doch die mexikanischen Behörden lassen die Menschen nur nacheinander Anträge ausfüllen.

2000 Menschen hätten sich laut dem Präsident von Guatemala, Jimmy Morales, auf den Weg zurück in ihre Heimat gemacht. (Der Tagesspiegel)

Auch die USA haben ihre Grenzen verstärkt. Bereits im April hatte Trump 4000 Soldaten der Nationalgarde an die mexikanische Grenze geschickt. (Tagesschau


Streaming

"Alles oder nichts" ist die neue Daily Soap für alle, die Jo Gerner schon immer ins Gesicht schlagen wollten
Das vermuten wir zumindest, nachdem wir die erste Folge geschaut haben.

Die Daily Soap gilt nicht unbedingt als Königsklasse des Fernsehens. Kenner des Genres wissen aber um ihre Vorzüge: In Folgen erträglicher Länge werden tagtäglich Geschichten erträglicher Komplexität erzählt. Dabei geht es ausschließlich um Dinge, mit denen sich wirklich jeder identifizieren kann (Liebe! Eifersucht! Probleme in der Schule! Auftragsmord! Was passiert, wenn man aus Versehen mit dem eigenen Vater schläft!). 

Umso besser also, dass Sat.1 mit "Alles oder nichts" eine neue Serie ins Rennen schickt, die ab sofort montags bis freitags um 18.30 Uhr die Lücke zwischen "Unter uns" und "Alles was zählt" füllt. Und von Letzterem zumindest vom Namen her nur minimal abweicht, so dass Zuschauerinnen und Zuschauer hoffentlich beste Vorabend-Unterhaltung erwarten.

Darum geht's in "Alles oder nichts":

Ein Flugzeug stürzt ab, mit ihm ein schwerreicher Geschäftsmann. Sein Tod bleibt, natürlich, nicht ohne Folgen. Denn der gute Mann hinterlässt in Berlin nicht nur seine Familie, sondern auch allerlei uneheliche Kinder, die nun neben einer Identitätskrise auch noch ein unverhoffter Geldsegen erwartet. 

Und wird das so gut wie "GZSZ" und andere Qualitäts-Soaps?

Das ist zum jetzigen Zeitpunkt natürlich schwer zu sagen. Aber die erste Folge haben wir uns angeschaut – und es spricht schon einiges dafür:

1 Der gut verständliche Konflikt

Das Leben ist wirklich kompliziert genug. Schön, wenn man wenigstens im Fernsehen immer weiß, wo oben und unten ist. Bei "Alles oder nichts" klappt das wunderbar. Die wichtigsten Pole heißen hier: arm und reich. Und sind glücklicherweise sehr gut auseinander zu halten.

  • Die Armen wohnen im Fliesentisch-Ambiente und teilen sich einen einzigen Computer. Sie haben Jobs wie "Klo-Putzerin", "Obdachloser" oder "Currywurst-Verkäufer".
  • Bei den Reichen zuhause ist hingegen alles aus purem Gold. Ihre Hobbys sind Champagner trinken oder mit Aktionären reden.