"It's a win-win-win situation"

Martin Sonneborn hat im Europa-Parlament den Rauswurf von Irland aus der EU gefordert. Das Video davon ist peinlich. Und mega gut. Es wurde seit Mittwoch über 114.000 Mal angeschaut.

Worum geht es?

Am Mittwoch hat EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker seine jährliche Grundsatz-Rede zur EU gehalten. Eine Tradition, die er aus den USA übernommen hat. Sehr staatsmännisch, sehr ernst. Darauf hat Sonneborn geantwortet – mit einer eigenen "State of da Union"-Ansprache. Die natürlich das genaue Gegenteil geworden ist.

Das Video beginnt mit einem trotteligen "Danke, Chef!" für Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD). Der guckt hilflos. Dann legt Sonneborn los und fordert nach dem Brexit den Rauswurf Irlands aus der EU. Seine Begründung: "Eine Regierung, die es ablehnt, Steuerzahlungen von Apple anzunehmen, könnte den Eindruck erwecken, es gehe um ein Europa der Konzerne und nicht der Bürger."

Apple never had jobs for ju. They had one Jobs and he is dead.
Martin Sonneborn

Damit die Botschaft auch wirklich ankommt, verliest Sonneborn im Anschluss einen offenen Brief an die irische Regierung. Auf betont miesem Englisch macht er sich über die umstrittene irische Steuerpolitik gegenüber Großkonzernen wie Apple lustig ("Apple never had jobs for ju. They had one and he is dead."). Auch für den oft verspotteten deutschen EU-Kommissar Günther Oettinger hat er noch einen Rat. Wenn er sich von Brüssel aus einmal täglich ins deutsche Handynetz einwählen müsste, könnte der Streit um Roaming-Gebühren schnell beendet werden, spottet Sonneborn. Am Ende der kurzen Rede taucht noch einmal Parlamentschef Schulz auf. Sein Fazit: "Ich wusste gar nicht, dass ich so begabte Mitarbeiter habe."

Das ganze Video:

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Musik

Google macht aus Bohemian Rhapsody ein 360-Grad-Werbevideo
"Is this the real life?" hat schon lange nicht mehr so gut gepasst

Bunt, schrill und verwirrend psychodelisch – so sieht die neue Version des Queen-Klassikers "Bohemian Rhapsody" aus. Um sie zu erleben, muss man das Smartphone wild um sich drehen, denn das Musikvideo läuft jetzt in 360 Grad, also einmal rund um den Zuschauer herum. Nichts zum nebenbei anhören also. Doch das war ja auch schon bei Originalvideo (6 Minuten!) so.

Warum ausgerechnet jetzt?

Am 7. September wäre Freddy Mercury 70 Jahre alt geworden. Das ist ein schöner Anlass. Aber der eigentlich Grund ist wohl ein anderer. Denn hinter dem Video stecken Google und eine auf Virtual-Reality-Erlebnisse spezialisierte Firma. Sie haben die App entwickelt. Und werben damit nicht nur für den ersten Nummer-Eins-Hit von Queen, sondern eben auch für sich selbst. Weil Virtual Reality (cool abgekürzt: VR) gerade einen großen Hype erfährt, passt das natürlich ganz gut.

Wie kann ich das Video erleben?

Um die 360-Grad-Version von Bohemian Rhapsody anschauen zu können, braucht man erst einmal eine eigene App dafür. Die gibt es bislang aber nur für Android (hier). Eine Version für Apples Betriebssystem iOS soll in Kürze folgen.