Bild: dpa/Patrick Seeger
Du darfst nicht fürs Klima streiken? Kein Problem.

Zehntausende Schülerinnen und Schüler demonstrieren gerade in ganz Europa für besseren Klimaschutz. Und dafür, dass die Politik endlich den Klimawandel ernst nimmt. Was antworten viele Politikerinnen und Politiker den Klimaschützern? "Kindergeht lieber wieder zur Schule!"

Natürlich lehnen nicht alle Politiker den Klimastreik ab, manche unterstützten die Jugendlichen aktiv.

Doch einer geht nun besonders weit: Martin Sonneborn stellt einfach Entschuldigungsschreiben für die Jugendlichen aus. 

Denn die Schülerinnen und Schüler gehen immer freitags auf die Straße – zu einer Zeit, in der sie eigentlich in der Schule sitzen müssten. Die Idee dahinter: Wenn wir nicht schwänzen, nimmt uns keiner wahr.

Martin Sonneborn sitzt für die Satirepartei "Die Partei" im EU-Parlament. Und mischt sich gerne mal in aktuelle Debatten ein – halb mit Augenzwinkern, halb mit ernstem Hintergrund. Am Dienstag hat er auf Twitter ein vorgefertigtes Schreiben veröffentlicht, das jeder verwenden könne, der am Klimastreik teilnehmen will. Und dafür eine Ausrede braucht:

In dem Schreiben steht unter anderem: "Es war nicht böse gemeint. Sollten durch das Fernbleiben irgendwelche Gefühle oder Vorschriften ihrerseits verletzt worden sein: SORRY! Es ging nun mal nicht anders."

Dann heißt es, der Schülerin oder dem Schüler sei "einfrach nur so privat unwohl" gewesen. Auf gar keinen Fall habe das Fehlen im Unterricht mit Gedanken an eine Zukunft in "einer vollständig zerstörten, verseuchten, erschöpften und abgenutzten Welt."

Das Schreiben von Martin Sonneborn hilft natürlich nicht wirklich. Aber es zeigt: Ich nehme euren Klimastreik ernst!

Auch die Grüne Jugend unterstützt die Protestierenden aktiv. Von vielen anderen Politikerinnen und Politikern kommt währenddessen eher: Hört auf zu Schwänzen, lasst uns mal den Klimawandel managen. Unter anderem die Junge Union, die junge Organisation der CDU, empfiehlt, den Demos lieber fern zu bleiben. Und Bundeskanzlerin Angela Merkel rückte in einem unglücklichen Vergleich die Klimaaktivistinnen in die Nähe russischer Propaganda:

Die Klimaproteste wurden von der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg gestartet. Seit vergangenen August steht sie jeden Freitag vor dem Parlament in Stockholm und fordert von den Politikerinnen und Politikern, endlich den Klimaschutz anzugehen.

Mittlerweile tun es ihr Schülerinnen und Schülern unter "Fridays for Future" gleich. In Deutschland gehen jeden Freitag Zehntausende auf die Straße, statt zur Schule. Sie haben so die größte Klima-Diskussion seit Jahren angestoßen. 

Diesen Freitag wird Greta Thunberg bei der "Fridays for Future"-Demo in Hamburg erwartet. Das heißt: Die Schülerinnen und Schüler bleiben aktiv, über Grenzen hinweg.


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