Bild: Harald Tittel/dpa

Keiner will so richtig, aber alle bewegen sich trotzdem aufeinander zu. Die Spitzenpolitiker von CDU/CSU und SPD überlegen, ob sie eine neue Große Koalition auflegen sollen. Eigentlich wollten beide Seiten nicht noch einmal eine gemeinsame Regierung bilden. Nachdem nun die Jamaika-Verhandlungen zwischen CDU/CSU, FDP und Grünen geplatzt war, kommt die SPD doch wieder ins Gespräch.

SPD-Chef Martin Schulz hatte eine neue Große Koalition erst strikt ausgeschlossen – jetzt hat er Bedingungen genannt, wie man vielleicht doch eventuell wieder miteinander könnte.

In der Nacht zum Freitag waren Angela MerkelHorst Seehofer und Martin Schulz bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum Gespräch geladen – es ging darum, ob sie sich zur Regierungsbildung doch noch mal zusammenraufen können. Die große Frage: Will die SPD? Parteichef Schulz sendete am Freitag widersprüchliche Signale.

Dieser Schulz sagt "Ja":
(Bild: dpa/Carsten Rehder)

Dem SPIEGEL sagte Schulz, unter gewissen Bedingungen könne es eine neue Große Koalition geben. 

Ganz wichtig: "Die deutsche Europolitik muss sich ändern." Es müsse eine gemeinsame europäische Steuerpolitik sowie die Ernennung eines EU-Finanzministers geben, außerdem eine gemeinsame europäische Sozialpolitik. Innenpolitisch soll ein neues Pflegesystems her: "Die Zwei-Klassen-Medizin muss abgeschafft werden." 

Die Union solle sich bei den Verhandlungen auf jeden Fall auf Widerstand gefasst machen: 

Wir sind eine stolze und selbstbewusste Partei. Aus diesem Stolz heraus sollte die SPD handeln, nicht aus Angst.
Aber dieser Schulz sagt "Nein":
(Bild: dpa/Carsten Rehder)

Einerseits spricht Schulz über die Bedingungen für eine mögliche Große Koalition, andererseits scheint er davor zurückzuschrecken. 

Die "Bild"-Zeitung berichtete am Freitag: "Grünes Licht für GroKo-Verhandlungen". Die Parteichefs der CDU, CSU und SPD hätten sich bei ihrem Treffen im Schloss Bellevue auf Gespräche über eine große Koalition geeinigt. Die SPD aber regierte empört.

Schulz trat in Berlin vor die Kameras und nörgelte: "Die Meldung ist schlicht und ergreifend falsch." Er habe auch schon mit Merkel telefoniert und mit ihr geschimpft. Das sei inakzeptabel, solche Meldungen zu verbreiten. Schulz glaubt, die CDU habe mit der "Bild" gesprochen. "Wer Falschmeldungen in Umlauf setzt, zerstört Vertrauen", sagte er. 

Es bleibe dabei, die Partei müsse sich erst intern über mögliche Sondierungen mit der CDU/CSU einigen.

Das Hin und Her um die neue Regierung geht also weiter. Schulz bleibt erst mal bei einem Vielleicht. 

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