Drei Fragen zu den Protesten

Statt Neonazis spazierten am Samstagvormittag Friedensdemonstranten durch Mattstedt in Thüringen. Und am Freitag sangen Marteria, Casper und Herbert Grönemeyer auf dem Musikfestival "Jamel rockt den Förster"

In Jamel wurde Musik gegen Rechtsextreme gemacht, in Mattstedt Musik von Rechtsextremen verhindert. 

Was ist in Mattstedt passiert? 

Für dieses Wochenende war ein Rechtsrock-Konzert auf einem Festgelände in Mattstedt geplant. Bei "Rock gegen Überfremdung" sollten mehrere tausend Neonazis in die Stadt ziehen. Dagegen hatte sich die Gemeinde gewehrt und kurzfristig die Nutzung des Geländes untersagt. Die Begründung: Die Fläche hätte gar nicht erst vermietet werden dürfen, Teile davon gehörten dem Bund, andere Eigentümer seien gar nicht erst gefragt worden, ob sie einer Vermietung zustimmten.

(Bild: dpa/Sebastian Willnow)

Bereits am Donnerstag wurde die Fläche dann für Besucher und für die Aufbauarbeiten gesperrt. Die Veranstalter wehrten sich zunächst und stellten am Freitag noch einen Eilantrag, der ihnen die Nutzung des Geländes zusichern sollte. Dieser wurde allerdings abgelehnt, wonach keine weitere Maßnahmen eingeleitet wurden, um das Konzert doch spielen zu können. Neben Musik-Acts sollten dort auch Redner aus rechtsextremistischen Organisationen sprechen. (MDR)

Nach einem Friedensgottesdienst am Samstagvormittag – zu dem auch Ministerpräsident Bodo Ramelow, Thüringens Innenminister Georg Maier und Thüringens CDU-Chef Mike Mohring gekommen waren – zogen dann noch mehrere hundert Demonstrierende durch Mattstedt. (MDR)

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Plakat auf der Friedensdemonstration

Und was war mit Marteria?

Der spielte auf dem Jamel-Festival und schwenkte eine Regenbogenfahne als Zeichen für Vielfalt und gegen Rassismus. Seit 2007 wurde das kleine Festival mit inzwischen 1200 Besuchern von einem ortsansässigen Ehepaar initiiert – als Zeichen gegen Rechtsextremismus.

Marteria trat mit Casper auf. Hier sind ein paar Eindrücke.

Jamel, ein Dorf in Mecklenburg-Vorpommern, gilt als Neonazi-Hochburg. 2015 wurde es in ganz Deutschland bekannt, weil jemand aus der rechten Szene einen Brandanschlag auf das Open Air verübt hatte. (SPIEGEL ONLINE

Wer hat noch gegen Rechts gespielt? 

Kettcar und Herbert Grönemeyer waren auch da. Grönemeyer fand deutliche Worte: 

Ich bin jetzt 62, ich habe noch nie eine Zeit erlebt, in der es so wichtig war, laut zu sein.
Herbert Grönemeyer

Das Jamel-Festival ist bekannt für seine Überraschungsgäste. 2016 traten unerwartet Die Ärzte auf, 2017 Slime und die Beatsteaks. Mal schauen, wer nächstes Jahr kommt, um gegen rechts zu protestieren. 


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